Nur ein Jahr dauerte es nach „The Dream Master“, bis eine weitere Fortsetzung fertiggestellt wurde. An den Vorgänger anschließend folgt man wieder Alice, erneut verkörpert von Lisa Wilcox. Nach ihrem Schulabschluss plant sie nicht nur mit Freund Dan ihre Zukunft, sie erwartet auch ein Kind von ihm. Und durch die Träume des ungeborenen Nachwuchses schickt Freddy sich an, wieder Terror zu verbreiten.
Die Geschichte ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist die Idee dahinter gar nicht so verkehrt und bringt ein neues Element ins Spiel. Denn da Alices Nachwuchs eigenständig träumt, wird sie in diese Visionen zu jeder Tag- und Nachtzeit hineingezogen. Das macht das Auftauchen der teils surrealen Sequenzen unvorhersehbarer. Auf der anderen Seite wird das Ganze aber auch umständlich erzählt und durch die eben unverhofften Einschübe auch beliebig im Einsatz.
Vom klassischen Aufbau eines an Spannung interessierten Gruslers hat man sich eh schon verabschiedet. Die „Nightmare“-Reihe ist an diesem Punkt eh nur noch Kirmes und man wartet auf Freddys nächsten Auftritt. Dass dabei das früher eingeführte Regelwerk obsolet ist und man den Schurken einfach mal machen lässt, mag dennoch irritieren.
Wie gewohnt steckt Robert Englund unter dem gelungenen Make-up und frönt seinem Tun, wobei mit der Einbringung seiner Mutter Amanda eine für ihn merklich bedrohliche Figur an dem Geschehen teilnimmt. Dass zu Beginn die Massenvergewaltigung zumindest angedeutet bebildert wird, wie sie schon im dritten Teil der Reihe erwähnt wurde, ist redundant, lässt jedoch auch mal einen unmaskierten Blick auf Englund zu. Generell greift die von Stephen Hopkins inszenierte Fortsetzung somit Themen aus „Dream Warriors“ auf und führt auch Plotpunkte aus „The Dream Master“ fort (Alices Vater).
Neben den bereits Genannten tummeln sich rund um Alice hier natürlich neue Bekannte. Sonderlich anfreunden braucht man sich mit den Neuzugängen nicht, sie dienen erwartbar als Freddys Spielwiese, bleiben uninteressant und eindimensional. Wieder nehmen die Kills Bezug auf eine Eigenschaft der Opfer, das ist mal mehr und mal weniger aufregend, meist aber nett getrickst. Die praktischen Effekte sind gelungen, insgesamt geht es hier aber gar nicht mal so blutig zur Sache (in der ungeprüften Fassung etwas mehr). Hier und da ein Spruch von der Messerhand, das Muster ist inzwischen etabliert. Die Traumwelten sind immerhin ansehnlich, gerade wenn es am Ende an M. C. Escher erinnert. Alles dazwischen sollte man nicht unbedingt großartig durchdenken. Bringt nichts, dazu ist die Kiste hier zu löchrig.
Die Anmutung des Vorgängers, ein langen Musikvideos zu sehen, findet sich hier immerhin nicht mehr. Allerdings auch nicht mehr der finanzielle Erfolg, Teil fünf blieb merklich hinter Nummer vier zurück. Die Geschichte hat interessante Aspekte und versucht, diese in die Traumsequenzen einzubinden. Überzeugen kann das dramaturgisch nicht, dafür ist die Chose mit dem träumenden Blag zu wenig durchdacht und der ganze Film eine inkohärente Ausrede für die Auftritte des Herrn Krueger. Auf der Habenseite kann man aber hübsch designte Sets, ein ansprechendes Tempo und gelungene Effekte verbuchen. Kein Highlight der Reihe, aber irgendwie noch solide Unterhaltung.