Inhalt:
China, zur Zeit der manchurischen Qing-Dynastie. Der Kaiser (Ching Miu) ist alt, schwach und krank, er denkt über seine Nachfolge nach. Zwei der Prinzen kämen in Frage: Yong Zheng (Anthony Lau Wing aka Liu Yung) der "4. Prinz", der eigensinnig und skrupellos ist, oder der "14. Prinz" ("Max" Mok Siu-Chung), der zwar gutmütig-sensibel, aber auch naiv und einfältig wirkt.
Yong Zheng will den "14. Prinzen" ausschalten lassen, doch der hat einen herausragenden KungFu-Fighter als Leibwächter, Tsang Ying (Norman Tsui Siu Keung). Dieser wird gar von zwei Kämpferinnen unterstützt, Pearl (Daisy Cheung King-Yu) und der agilen Fighterin Jade (Yeung Ching-Ching aka Yang Ying-Ying). Der Angriff der ninja-artigen Kämpfer des "4. Prinzen" schlägt daher fehl.
Doch durch verschlagen-skrupellose Verbündete wie Lord Chang Tieh Yue (Kwan Fung aka Gwan Feng), Lord Loong Foh Do (Johnny Wang Lung Wei) und Officer Min Geng Yiu (Jason Pai Piao) sowie durch List, Lug und Trug Yong Zhengs von ihm Überzeugte, wie Lui Liu Liang (Ku Feng) und dessen Nichte, die schöne Amazone Lui Si-Niang (Leanne Lau Suet-Wah aka Liu Hsue-Hua), kommt der "4. Prinz" doch noch an die Macht, als der Kaiser stirbt und das Dekret für die Nachfolge eiskalt gefälscht wird!
Als neuer Kaiser, will Yong Zheng seine Macht festigen, und seine Feinde und die die ihm zur Macht verhalfen, ausschalten. Lui Liu Liang wird hintergangen, für den "14. Prinzen" ist die Verbannung vorgesehen, Min Geng Yiu wird abgesetzt und degradiert, auf Tsang Ying wird ein tödliches Attentat verübt.
Letztlich sollen fast alle getötet werden, die Yong Zheng missfallen und ihm gefährlich werden könnten. Dies soll insbesondere ein gefährlicher japanischer Ninja-Fighter ("Tony" Lu Chin-Ku aka Lou Chun-Ku) bewerkstelligen.
Es kommt zu etlichen Kämpfen, und schließlich im Palast des neuen, usurpatorischen Kaisers zum Show-Down, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod!
Kritik:
Ein schöner, temporeicher, actiongeladener und sehr atmosphärischer Eastern, den Regisseur "Tony" Lu Chin-Ku im Jahre 1983 für die Studios der Shaw Brothers in Szene setzte.
Einmal mehr in den fantastischen Super-Sets der Studios der Shaw Brothers, mit hell-klaren und atmosphärischen Bildern, "Outdoor"-Locations die im Studio surreal-künstlich nachgestellt wurden aber auch schön gewählten ´echten´ Örtlichkeiten draußen, erzählt hier die Regie eine spannende und intensive Story um 2 unterschiedliche Prinzen, von denen einer skrupellos und ursupatorisch die Macht an sich reißt. Und danach alle Mitwisser, Getäuschte und Verratene, beseitigen lassen will.
Das erinnerte stark an den Top-Eastern "Rebellious Reign" (siehe mein Review auf dieser Webseite), von dem hier Lu Chin-Ku für die Story seines Films offenbar stark abkupferte. Aber warum nicht? Denn Lu Chin-Ku drehte daraus einen hochintensiven, actiongeladenen Eastern, gut gespielt und der Streifen geht ein sehr hohes Tempo. Da kann keine Langeweile aufkommen, die Super-Sets der Shaw Brothers, die intensive, schlüssig-flüssige und spannende Storyline, die mehr als soliden Darstellungen eines prominenten Casts, und natürlich die rasant-dynamische, einmal mehr perfekt choreographierte KungFu- und WuShu-Action, typisch für die Shaw Brothers, machen aus "The Lady Assassin" einen exzellenten Genre-Beitrag.
Viel gibt es da eigentlich nicht zu schreiben. Einer dieser klasse Eastern, die man als Fan des Genres gesehen haben sollte, da braucht es nicht viele Kritiker-Worte.
Getragen vom Cast, wird hier natürlich vieles von der Hauptfigur, zugleich der Ober-Schurke in diesem Eastern der Shaw Brothers: Anthony Lau Wing aka Liu Yung, der als Ursupator, der sich die Macht durch List und Tücke erschleicht, und durch Mord festigen will, hier darstellerisch besticht. Das hat Lau Wing einfach drauf. Ein Eastern-Darsteller mit einer erstaunlichen Biografie, denn er drehte nicht nur mit Bruce Lee in fast all seinen Klassikern, sondern danach auch mit allen Granden der Shaw Brothers, Alexander Fu Sheng, David Chiang, Ti Lung und und und. Skrupellosigkeit, Machtgier und Scheinheiligkeit kennzeichnen diese usurpatorische Figur, und das bringt Lau Wing solide und routiniert rüber, Punktum.
"Max" Mok Siu-Chung, als "Gegenspieler" und konkurrierender Prinz in diesem Palast-Drama, ist vom Charakter den er verkörpert das ganze Gegenteil: Gutmütig-sensibel, und somit fast schon zwangsläufig auch naiv-einfältig. So spielt das Mok Siu-Chung denn auch mit aufgerissenen Augen, mit Dackel-Blick. Also auch eine überzeugende Darstellung.
Echte Helden und die Guten im Film sind denn eher andere, allen voran Norman Tsui Siu-Keung der dem naiven Prinzen Schutz bietet, als klasse Fighter. Tsui Siu-Keung spielt das zudem trocken, fast stoisch, was aber hier gut passte. An dessen Seite zwei Kämpferinnen, was überrascht, denn sie sind quasi die Leibwächterinnen dieses Leibwächters: Die auch Genre-Kennern eher unbekannte Daisy Cheung King-Yu, niedlich anzuschauen, und die wieder elastisch fightende Yeung Ching-Ching, die weitaus bekanntere Shaw-Actrice. Sie sind nicht nur Beiwerk, und sind agile Kämpferinnen.
So eine ist auch Leanne Lau Suet-Wah (aka Liu Hsue-Hua), die hier im Verlauf des Films immer stärker wird, deren Rolle immer gehaltvoller, und die am Ende -Achtung Spoiler- faktisch im Alleingang die Dinge regelt. Das verlangt eine starke Fight-Performance und ein gutes Spiel, und die hübsche Actrice kriegt das hin. Ohnehin, wieder all die attraktiven Shaw-Girls hier, ich würde sie nur abweisen, wenn ich mit ´Miss Mega-Sexy´ Hayley Bentley liiert wäre. Hach, wovon ich so träume.
Ein routiniert-starkes Spiel auch in den Neben-Rollen, die mit Shaw-Prominenz gespickt sind: Allen voran Ku Feng, der den vom Ursupator Getäuschten souverän, fast mit Würde, spielt. Dann noch Johnny Wang Lung Wei der die Befehle des neuen, falschen Kaisers kalt durchführt, und Jason Pai Piao als ebenfalls von diesem getäuschter Officer, auch sein Spiel überzeugt.
Eine weitere, illustre Neben-Rolle spielt der Regisseur selbst: Als Ninja-Fighter sorgt Lu Chin Ku selbst für noch mehr Drive was die Action dieses Eastern betrifft.
Die KungFu- und WuShu-Fightaction ist in diesem Shaw-Eastern einmal mehr famos. Rasant-dynamische, intensive und zahlreiche Fights durchziehen diesen Eastern, sind aber nicht nur Selbstzweck, sondern bringen die Handlung auch voran. Blutig geht es auch in diesem Eastern der Shaw Brothers allemal zu, und am Schluss natürlich NonStop-KungFu-Fightaction total. Wobei es mir allerdings dann fast schon zu ratzfatz zuging, etwas mehr "Ruhe", einen Gang was den Drive anging zurückgeschaltet, wäre ´mehr´ gewesen, nun ja.
"The Lady Assassin", ein insgesamt schöner, action- und tempogeladener Eastern der Shaw Brothers, der den eingefleischten Fans des Genres und Studios eine routiniert-ansprechende Unterhaltung bietet.
8/10.