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Man kann es drehen und wenden wie man will. Das Kino unseres charmanten Nachbarn Frankreich zählt ohne Frage zu den bedeutensten in Europa, neben dem britischen, italienischen und dem deutschen natürlich; und das trotz seiner  vielen Eigenarten. So hat es doch einige großartige Filme zum Vorschein gebracht, an dessen Spitze wohl die absolut überragende "fabelhafte Welt der Amelie" stehen dürfte.

Zu eben jenem Gipfel zählt "Abstieg zur Hölle" jedoch eher nicht. Girods unscheinbarer Thriller ist vor allem eins, nämlich lasch. Dabei ist seine Geschichte nicht einmal sonderlich gewöhnlich, eher im Gegenteil. Es fehlt ihr in erster Linie an Potential.

Schauplatz des Ganzen ist die schöne Insel Haiti. Dessen Reiz schöpft Girod vollends aus. Dank der natürlichen Umgebung entsteht rasch eine sehr leichte, recht angenehme Grundstimmung. "Abstieg zur Hölle" ist weniger gekünsteltet als viele Filme die beispielsweise aus Hollywood stammen, gerade aus nicht allzu ferner Vergangenheit.

Der gealterte Schriftsteller Alan und seine Frau Lola vertreiben sich ihre Zeit auf der sonnigen Karibikinsel. Eines nachts, nach einem ausgiebigen Streifzug durch diverse Bars und einigen Drinks zu viel, versucht Alan ein Straßenräuber um sein Bares zu erleichtern, doch mithilfe einer Flasche kann er sich vor dem Dieb verteidigen, was für diesen jedoch tödlich endet. Alan bekommt Panik und flüchtet sofort zu seiner Frau, die ohne zögern alle Spuren verwischt...

Francis Girod hat hier wahrlich ein Ass im Ärmel und zwar seine absolut reizende Hauptdarstellerin Sophie Marceau. Der "La Boum"-Star hatte dem zarten Teeniealter hier bereits den Rücken zugekehrt und ist zu einer jungen Erwachsenen herangewachsen. Allerdings ist sie süßer denje, und so behält die hübsche Dame ihre ohnehin wenigen Kleider kaum an. Mal erscheint sie oben ohne, im nächsten Moment räkelt sie sich splitterfasernackt vor der Kamera. Das hält zumindest die männlichen Zuschauer ein Weilchen bei Laune, letzendlich will "Abstieg zur Hölle" aber einfach nicht richtig in Fahrt kommen. Der Inszenierung fehlt es irgendwie an Pepp und man vermisst die nötige Portion Enthusiamus, sowohl von den Akteuren, als auch von der Crew.

"Abstieg zur Hölle" ist sicher nicht todlangweilig und hat sogar durchaus einige richtig starke Momente. Im Großen und Ganzen kommt aber hier aber einfach zu selten wirkliche Spannung auf.

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