Review

Eigentlich sollte man zu einem Film wie "Fascination" nicht mal eine Review schreiben, sondern ihn einfach nur schnell vergessen. Aber anderseits ist der Film wirklich so schlecht, dass man ihn fast schon wieder gut findet. Gut, weil man immer wieder in schallendes Lachen ausbrechen kann, weil die Schauspieler und die Dialoge so entsetzlich blöd sind.
Aber erstmal von Anfang an: Der Film beginnt mit einem Hubschrauberflug über eine lange Brücke in Florida, es steigt ein älterer athletischer Mann aus, setzt die Schwimmbrille auf und schwimmt. Dann ziehen Gewitterwolken auf, man sieht wieder den Schwimmer, einen Felsen und dann...ereilt ihn ein noch schlimmeres Schicksal als David Hasselhoff in Baywatch, er ist richtig tot. Das erste Mal richtig Lachen kann man bei der folgenden Szene, der Beerdigung. Dem Sohn nimmt man die Trauer nicht ab, der Schauspieler schaut so bedeppert und muss einen so schwülstigen Stuss reden, dass man eigentlich nichts anderes machen kann als Lachen. Und das Schöne an einer Sneak ist, man lacht nicht allein, das halbe Kino hat gelacht!
Schon kurz darauf holt der Sohn, Scott ist sein Name, seine Mutter ab, die quietschvergnügt von einer Kreuzfahrt zurückkehrt, natürlich nicht mehr allein, ihren neuen Freund Oliver hat sie gleich im Handgepäck, weil es sich ja nicht lohnen würde, erst noch schnell nach London zu fahren. Scott findet das merkwürdig, natürlich hat Oliver eine Tochter und natürlich mögen die beiden sich nach anfänglicher Reserviertheit. Während (!) der Trauung laufen beide auf das Dach vom Standesamt und poppen erstmal eine Runde, mal im Regen, mal im Sonnenschein.
Es geht dann weiter, wie es weitergehen muss. Scott lässt von einem befreundeten Privatdetektiv die Leiche seines Vaters exhumieren (in einer Nacht- und Nebelaktion, bei der auch Olivers Tochter dabei ist) und es kommt natürlich dabei raus, dass die Tabletten von Scotts Vater manipuliert wurden. Die Geschichte wird dann immer konstruser, auch die Mutter von Scotts vermeintlicher Stiefschwester, die er ständig poppt, kam einst auf merkwürdige Art und Weise ums Leben, UND, es war Scotts Vater. Anlass für eine Rachegeschichte, aber von Rache besessen ist Oliver, der Stiefvater, der sie in Johannesburg als Agent des MI 6 von der Straße holte (!). Herrlich blöd!

Der Film ist eine einzige Lachnummer. Angefangen bei den Dialogen, die fast so viel Tiefgang haben wie fünf Folgen GZSZ. Die Schauspieler agieren derart schlecht und hölzern, dass nicht nur einmal das halbe Kino in Lachen ausgebrochen ist. V.a. bei den Sexszenen bieten sich herrliche Momente, loszubrüllen. Wenn ihr Nippel monströs und beängstigend fast an der Linse klebt, echt saukomisch. Die Worte "Tut mir leid" sind seit gestern tabu, immer wenn sie sich streiten, gibt es danach einen Versöhnungspopp, wie geil! Und dann solche Knaller wie der Geheimagent vom MI 6. Es ist wirklich faszinierend, wie schlecht man ein ohnehin schon schlechtes Drehbuch verfilmen kann. Die größte Frage aber bleibt auch nach Filmende: Warum heißt der Film "Fascination"? Oder "Heart of Stone"?
Empfehlen kann man den Film nur Leuten, die einen in Zukunft in Ruhe lassen sollen oder Leuten, die mal so richtig ablachen wollen, weil unfreiwillige Situationskomik bietet der Film zuhauf, aber handwerklich ist der Streifen unterstes Niveau.
Setzen! 0/10!

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