In der texanischen Einöde landet ein junges Paar auf der Jagdliste von Leatherface und seiner Familie, doch die Frau und ein durch einen Autounfall in die Sache geratener Mann leisten erheblichen Widerstand gegen die kranken Machenschaften der Familie.
Nach dem sehr überzogenen und comichaften zweiten Teil der Reihe ging man bei "Leatherface - Die beue Dimension des Grauens" wieder zu den Wurzeln zurück, wobei man die Geschehnisse des vorherigen Teils ignorierte und eher eine Art Remake des ersten Teils herausgekommen ist.
Ungefähr die erste Hälfte des Films spielt ledergesichtuntypisch hauptsächlich auf der Straße und in deren direktem Umfeld, wo das Paar Bekanntschaft mit Mitgliedern der Familie macht, gejagt und in einen Autounfall mit einer weiteren Figur verwickelt wird, die zusammen immer um ihr Leben fürchten müssen. Dieser Teil des Films zeichnet sich durch eine stimmig düstere und bedrohliche Athmosphäre aus. Der Schauplatz ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig und einige Längen müssen überwunden werden, denn bis auf eine größtenteils im Off zersägte Dame gibt es nichts wesentlich Blutiges zu sehen, aber Spannung ist durchaus vorhanden.
In der zweiten Hälfte geht es dann in das Haus der Familie, wo die gewohnte Handlung mit allerhand grausamer Folterungen durch die Verwandten ihren Lauf nimmt. Dies wirkt dann wie ein Remake des Finales aus dem ersten Kettensägenfilm, nur dass alles noch eine Spur fieser und expliziter ausfällt. So hat die Familie Zuwachs bekommen und neben den bekannten Leatherface und dem blutdurstigen Opa lernen wir so neue Figuren kennen wie den von Viggo Mortensen dargestellten Tex, der gerne den Cowboy heraushängen lässt, sich aber gerne schminkt und Frauenkleider trägt, die Mutter, die nur über ein Kehlkopfgerät sprechen kann und sich selbst die Mumu herausoperiert hat oder (Leatherfaces?) Tochter, die zwar äußerlich wie ein freundliches Mädchen aussieht, es aber faustdick hinter den Ohren hat und gerne mit ihrer Babyskelettpuppe spielt, Opa das Blut der Opfer zum Trinken reicht und sogar selbst für Schmerz und Tod der Gäste sorgt.
Hier gibt es dann auch viele kranke Ideen und blutige Effekte zu sehen. So wird mittels einer Vorrichtung eine Person mit dem Hammer totgeschlagen, Nägel werden durch Hände getrieben und später werden allerhand Körperteile weggeschossen und es gibt lebenssaftreiche Abgänge.
Störend empfinde ich, dass die moderne Technik Einzug in die Familie gehalten hat, denn einen Leatherface tippend am Lerncomputer sitzen oder mit einem Walkman auf den Ohren zu sehen wirkt schon sehr befremdlich und unnötig.
Zudem wurde leider das Ende gegenüber der ursprünglichen Version abgeändert, wahrscheinlich um sich die Karten für eine eventuelle Fortsetzung offen zu halten, was meiner Meinung nach keine gute Entscheidung war, denn das jetzige Ende ist äußerst unglaubwürdig.
Die Darsteller dagegen liefern allesamt glaubwürdige Leistungen ab, wobei besonders die eher unbekannte Kate Hodge fein schreiend und leidend eine würdige Marilyn Burns Nachfolge antritt, Ken "Dawn of the dead" Foree als zäher Familienwiderständler und der bereits genannte Viggo Mortensen erwähnenswert sind. Die Rolle des Leatherface übernahm diesmal R.A. Mihailoff, der schon allein auf Grund seiner Körpergröße und -fülle sehr imposant rüberkommt und durch die gelungene Gesichtsmaske und seine überdimensionale Kettensäge zudem noch bedrohlicher wird.
Insgesamt ist "Leatherface - Die neue Dimension des Grauens" dafür, dass es der dritte Teil einer Horrorreihe ist, eine ordentliche Fortsetzung mit einigen fiesen Szenen und einer stimmigen Athmosphäre, wobei die Qualität des grandiosen ersten Teils nicht erreicht wird.