Lagen zwischen dem ersten und zweiten Teil vom "Texas Chainsaw Massacre" noch 12 Jahre, so erschien dieser dritte Teil bereits 4 Jahre nach dem zweiten Teil. "Leatherface" mordete erstmals unter New Line Cinema und zum ersten Mal nicht mehr unter der Regie von Tobe Hooper.
Ein junges Paar ist auf die Reise durch die ewige Wüste von Texas. Sie kommen zu einer Polizeiabsperrung, weil die Polizei eine Grube voller verwester Leichen gefunden hat. An einer Tankstelle lernen sie einen scheinbar irren Tankwart und einen freundlichen Einheimischen kennen. Der Einheimische zeigt ihnen eine geheime Abkürzung und als der Tankwart beim spannen erwischt wird, rastet dieser aus und greift zur Schrotflinte. Er erschießt den Einheimischen und schießt auf das junge Paar, welches gerade eben noch mit dem Auto entkommen kann. Die Beiden benutzen die Abkürzung und werden kurz darauf von einem Auto verfolgt und nicht wenig später stehen sie einem Mann mit einer Kettensäge gegenüber....
Regisseur Jeff Burr stand vor einer fast unlösbaren Aufgabe, er sollte einen dritten Teil vom berühmt berüchtigten "Texas Chainsaw Massacre" drehen und das dieses nicht einfach werden würde, war ihm von Anfang an klar. Er kam zu der weisen Entscheidung gar nicht erst den Versuch zu starten Tobe Hooper´s Style zu imitieren, stattdessen drückte er dem Film seinen eigenen Stempel auf und verursachte einen wahrhaften Stilbruch. Setzte Hooper auf absolut kranke Charaktere und kranke Atmosphäre, setzt Burr hier auf Dunkelheit und Bedrohung. So kommt sein "Leatherface" auch mehr wie ein zweiter Jason, statt wie ein Zurückgebliebener Metzger, daher. So entsteht eine komplett andere Atmosphäre, welche aber alles andere als schlecht ist, da der dunkle Wald schon was Bedrohliches hat.
In einigen der Folterszenen gelinkt es dem Film allerdings die kranke Atmosphäre der beiden Vorgänger doch noch einzufangen. So wird z.B. Ryan mit Fleischerhaken an den Füßen aufgehangen und dann wird ihm, mit einem Riesenhammer, der Schädel zertrümmert und die Familie beginnt damit ihm die Haut abzuziehen etc. Oder Ryan´s Freundin wird mit Nägeln (durch die Hände !!!!) an den Stuhl befestigt. Es gibt hier also wieder genügend fiese Szenen und auch die ein oder andere nette Goreinlage, zumindest wenn man den Film in der "Unrated"-Fassung sich ansieht. So kommt "Leatherface´s" Kettensäge auch das ein oder andere Mal gorig zum Einsatz und erfreut das Splatterherz.
Die Schauspieler sind alle nicht schlecht, doch die meisten von ihnen geraten schnell wieder in Vergessenheit. So ist die neue Familie von "Leatherface" eine wahre Enttäuschung und schafft es kein wenig wirklich krank zu wirken, bis halt auf "Leatherface´s" Tochter und Viggo Mortensen. Ja richtig gelesen, DER Viggo Mortensen aus "Herr der Ringe", wenn man sieht wie krank er hier spielt ist es kein Wunder das dieser Mann schnell als guter Schauspieler entdeckt wurde. Von R. A. Mihailoff als "Leatherface" war ich allerdings sehr enttäuscht, er zeigt uns einen bedrohlichen Slasher, aber das ist absolut nicht mehr der "Leatherface" den wir lieben gelernt haben. Ganz abgesehen davon find ich seine Maske diesmal auch relativ kacke. Ein weiterer Schauspieler der einem im Gedächtnis bleiben dürfte ist Ken Foree als Benny, aber diesen haben wir ja schon in anderen Horrorfilmen gesehen und jeder dürfte heute wissen, dass dessen Schauspielkünste legendär sind. Leider bleibt halt der Rest vom Cast relativ blass.
Der Film orientiert sich wieder mehr an der düsteren Atmosphäre des Erstlings, so gibt es hier absolut keinen schwarzen Humor mehr wie noch im Vorgänger. Die neue Familie benutzt keine bissigen Sprüche wie es noch Drayton Sawyer tat, sondern präsentiert sich als eiskalte Killerfamilie ohne Gewissen oder wie Viggo Mortensen so schön sagte : "Wir haben halt Hunger." Großvater hat auch seinen Auftritt, allerdings scheint er hier bereits schon seit vielen Jahren tot zu sein. Da der Film größtenteils in der Nacht spielt, wirkt er komplett anders als die beiden Vorgänger, jedoch gibt es auch hier absolut köstliche Szenen. Wenn "Leatherface" von seiner neuen Familie eine neue Kettensäge mit der Aufschrift "The Saw is Family" geschenkt bekommt, kommt die kranke Atmosphäre der Vorgänger wieder richtig zur Geltung. Das Finale ist hier leider auch nicht mehr so spannend wie in den beiden Vorgängern, es ist einfach zu kurz und das Ende ist zu sehr auf Fortsetzung ausgelegt. Leider fehlt hier die "Terror-Szene" mit Großvater, aber dafür gibt’s ja genügend andere Folterszenen *g*
Ich kann die abweisende Haltung der meisten Leute nicht verstehen, der Film ist doch wirklich mal nicht schlecht. Er ist zwar nicht mehr so toll wie die beiden Vorgänger und kommt als typischer Slasherstreifen daher, doch gerade diesen Stilbruch finde ich interessant und der Film hat auch einige kranke Ideen. Alles in allem eine wirklich gute Fortsetzung, die sich zwar nicht wie ein "Texas Chainsaw Massacre" anfühlt, aber trotzdem zu begeistern weiß.
Zur DVD : Die amerikanische DVD von New Line Cinema kann ich wirklich jedem empfehlen. Diese Veröffentlichung hat wirklich Top Bildqualität und auch Top Sound, des weiteren gibt es noch Tonnen an Extras und als ganz spezielles Schmankerl die R- Rated und die Unrated Fassung auf der Scheibe. Zwar sind in der Unrated Fassung nicht alle Szenen enthalten die gedreht wurden (wie der Originaltod von Tex den man im Making of sieht), aber dafür ist der Film nun um einiges blutiger und auch besser. Kann nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Anmerkung am Rande : Mittlerweile gibt’s vom Bootleglabel Alpha Vision ein deutschsprachiges Bootleg von dieser DVD, also auch Topquali und halt auf deutsch, allerdings Bootleg.
Film : 8/10
DVD : 9/10