Review

Nach Sichtung des Films kann der Kenner sagen das diese Dimension des Grauens gar nicht so neu ist. Fortsetzungsregiesseur Jeff Burr versuchte nach den beiden ersten Teilen den goldenen Mittelweg zwischen diesen zu gehen - sprich: einerseits beklemmende Atmosphäre und comichafte, überzeichnete HC-Gewalt. Leider gelang es nur bedingt.

Wirkliche Innovationen weist die Story nicht auf, nur das
a) weniger Leute in die Fänge der Sawyers fallen
b) dafür die Sippschaft angewachsen ist
c) Leatherface seine blöde Maske mit einer mal wirklich stylischen Kettensäge kompensieren kann

Wieder einmal verirren sich Personen in Texas und wieder einmal werden sie in ein Haus verschleppt, in dem augenscheinlich Wahnsinnige hausen...welcher normale Mensch näht sich schon aus Menschenhaut Masken?

Neben der gewaltätigen Grundstimmung, die sich durch den Film zieht tragen vor allem die guten F/X von KNB bei. Der Film beginnt recht krass: Leatherface bastelt sich blutigst eine Maske aus Gesichtsfetzen zusammen. Zwar wird meist bei Einsatz der Kettensäge ins Off gegangen, doch vor allem im Finale sind noch einige harte Effekte zu bewundern. Trotz Unrated ist der Film leider noch immer nicht komplett, was man ihm leider desöfteren ansieht. Mit diesem Material wäre der Film zwar nicht besser geworden, aber einige Logiklöcher und Blutbedürfnisse wären sicher gedeckt worden.

In einigen Szenen ist der Film durchaus selbstironisch (z.B. als Leatherface auf einem Lerncomputer Pixelmännchen als "f-o-o-d" deklariert und sich über "Fehler!" als Rückmeldung ärgert), ansonsten aber weitgehend humorfrei. Vielmehr hat der Film eine ziemliche düstere Atmosphäre, die durch die bisweilen comichafte Darstellung auch nicht viel mildert.

Die erste Hälfte kann am ehesten überzeugen - denn hier tritt Leatherface noch nicht so sehr in Erscheinung. DIE Identifikationsfigur der TCM Reihe - Leatherface - sieht nämlich in diesem Teil schwach aus. Die Maske ist sehr billig und der Darsteller passt kein Stück "in das Kostüm"...

Die nette Idee mit der "Family" ist auch zwiespältig zu sehen. Die Charaktere durchaus durchgeknallt und auch das Inventar derer zumeist aus Knochenmöbiliar bestehend, doch wirklich "dreckig" wirkt das Ganze nicht wirklich. Somit wird die Intensität des Originals bei weitem nicht erreicht, sondern hier ist es eher ein schwaches Abbild.

In den Szenen ausserhalb des Hauses - also Anfangs und dann eher gegen Ende ist der Film sogar richtig spannend und actionreich. In den dunklen Szenen (Leatherface im Halbdunkeln mit der 2 Meter Säge) kommt der beklemmende Score gut zum wirken; der Heavy Metal passt auch gut rein.

Die darstellerischen Leistungen sind auch nicht überragend, Ken Foree hat sowas wie Spielfreude. Die restlichen Darsteller bemühen sich zwar, doch wirklich der Funke sprinkt nicht rüber; zu starr manches agieren.

Auch stören manche doch ziemlichen Logiklöcher und Ungereimtheiten; am Tempo liegt es nicht - das ist durchaus okay...

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