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Rausgeputzte und aalglatt servierte Horrorsäge!



TCM zählt zu einem der grössten Horrorfilmfranchise aller Zeiten und wartet bis dato mit insgesamt 9 Filmen auf; reiht sich nunmehr in den Analen der berühmtesten Horrorikonen mit "Nightmare on Elm Street", "Halloween", "Chucky", "Freitag, der 13". sowie "Hellraiser",ein. 1990 entstand dieser feinpolierte dritte Teil der Saga rund um den debil-kranken Hillbillyclan aus Texas. Dieser trägt nicht mehr die Handschrift des grossen Tobe Hooper, der sich nach dem gefloppten zweiten Teil vom Projekt "TCM" entgültig distanzierte. Dafür nahm Jeff Burr auf dem Stuhl Platz, der bereits Potenzial und Schaffen in sein Werk miteinfliessen lassen konnte. Und trotz guter Besetzung unter anderem mit "Zombi" Star Ken Foree sowie dem späteren Megastar Viggo Mortensen (Herr der Ringe), wurde der Streifen ein Reinfall. Heute gilt er als kleine Kultperle und ist keinesfalls schlecht gealtert.


Das Pärchen Michelle und Ryan sind getrennte Leute, fahren aber gemeinsam Richtung Ostküste durch Texas. Ihre erste unangenehme Begegnung mit Einheimischen beginnt gleich an einer Tankstelle,als der dort arbeitende Alfredo sich als voyeuristischer und aufdringlicher Psycho herausstellt. Nur dank eines fremden Cowboys, der Ihnen hilft,gelingt Michelle und Ryan die Flucht. Der Helfer wird erschossen. Doch damit endet die Odyssee der beiden nicht. In der Nacht drängt ein Truck das Auto der beiden ab und zwingt sie zu einem Unfall. Dabei begegnen sie dem Wochenendsurvivalist Benny, mit dem sie gecrasht sind. Nach anfänglichem Zweifel ihrer Aussagen, bekommt Benny den Terror aus dem Dunkel ebenso zu spüren. Die Säge aus der Nacht erzürnt laut, das Pärchen wird in das nahegelegene Haus einer debilen Sippschaft entführt, um dort als Abendmahl zu enden. Den die Familie entpuppt sich als sadistisch veranlagte Kannibalentruppe mit grossem Appetit.


Man kann sagen was man will, die Fanbase ist gespalten, aber eines bleibt Fakt: "Leatherface" ist ein cooles Teil und kommt so locker gediegen als Roadmovie daher. Wieder getragen von seinen herrlich schrägen Charakteren, die so unterschiedlich agieren, allen voran der spätere Filmstar Viggo Mortensen, der hier wahnsinnig überbordend spielt, pirscht das Ri-Ra-Raster geschwungene Edelvehikel durch die zwar leidlich spannende Überlebensstory, punktet aber mit viel Zynismus und grotesken Einfällen. Der Gore hält sich angenehm zurück, erfrischt mit der ein oder anderen Ekelszene.

Ganz in der Tradition wird die trügerische, idyllische Stille durch das Aufheulen der polierten Motorsäge gebrochen. Auch wenn die dreckig zerrende Atmosphäre des Erstlings nicht mehr dominiert, rockt "TCM 3" recht gut, was er zuletzt nicht seinem nekrophil angehauchten Humor,den durchgeknallten Figuren und den einfachen, aber gut pointierten Peripetien,die den Plot auf Dauertrab halten, zu verdanken hat. Überraschungen können kaum ausgemacht werden; stört aber nicht, denn diese kleine Schlachtplatte unterhält von Anfang an bis zum Schluss bestens.


Kommt nur fast an das heftige Original ran. Zynisch, böse und laut,fast schon zu plakativ präsentiert. Auch wenns mit der Atmosphäre und der quälenden Stimmung hapert, erfrischt die deftige Schlachtplatte mit neuen Charakteren. Das Schema wiederholt sich zwar wieder aufs neue und putzt sich etwas poliert raus, genauso wie Leatherface' s neue Kettensäge, doch schon alleine Mortensens Darbietung ist die Sichtung wert. Und wem das nicht reicht, sollte Gefallen an Alfredo haben, der übertüncht so ziemlich alles.

7,5 / 10



Ist die FSK:18 Freigabe gerechtfertigt? Zwar nicht ganz so brutal wie der zweite Teil und nicht so garstig beklemmend wie "Kettensägenmassaker", aber einige Härten und Ekelszenen werden dargeboten. Auch der bitterböse Humor grenzt schon am schlechten Geschmack an. Ja,ab 18 geht völlig in Ordnung!

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