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Heute wird Bud Spencer 80 Jahre alt. Er kann auf eine Filmkarriere voller Erfolge zurückblicken. Kein anderes Filmduo war in den 70ern so gefragt wie das enfant terrible der Prügelkomödie. Über ein Jahrzehnt drehte das ungleiche Spencer / Hill Duo unzählige Erfolge. Mitte der 80er war der Ofen aber wohl endgültig aus. Die Dresche wollte aber weiterhin nicht abreißen. Spencer und Hill drehten, Ende der 80er, Solo einige meist uninteressante Filmfetzen. Hill veröffentlichte nur noch seichte Familienprojekte und Spencer manövrierte sich mit seinen „Supertypen“ Filmen selbst ins Aus. Eine Granate des schlechten Geschmacks feuerte Spencer aber 1986 nochmals ab. Ein Film der so dämlich ist, dass er wieder unterhaltsam ist. Eine ähnliche „Bankrotterklärung“ oder noch besser „Totalausfall“ bot Terence Hill 10 Jahre später mit „Virtual Weapon“.



Die Idee, einen Bud Spencer als Flaschengeist aufzumotzen, ist nicht schlecht. Dabei wirkt Buddy eher als Zuhälter mit Goldkettchen und Headband. Pimp Spencer lässt aber kaum Fäuste fliegen und ist in seiner Rolle eher gelangweilt bzw. unterfordert. Erst in der letzten halben Stunde dreht der Dschinn am Rad. Säuft sich in einer Strandbar am helllichten Tage zu und gondelt mit dem noch debileren Opa durch Miami.



Dabei frage ich mich, an was für eine Zielgruppe der Film gerichtet ist. Für Kinder ist er zu wild und für Erwachsene zu lasch. Alkohol am Steuer und Kinderhandel haben sicher nichts in einem Kindermärchen verloren. Schlappe Schlägereien und ein Bud Spencer der nur auf Sparflamme köchelt, ist sicher nur für knüppelharte Fans geeignet. Kein finales Dreschfließband wie sonst immer und eine Flucht auf einem fliegenden Teppich. Das ist nicht der Stile eines Bud Spencers, nicht mal als Dschinn.



Somit kann dieser Film nur Spencer Fans unterhalten. Der Film lebt eigentlich nur von der Anwesenheit des Bombers. Zu lahm agieren die restlichen Darsteller. Der Bösewicht ist zu ungefährlich, der Opa eine nervige Plage und der junge Al Hadin ein Teenager mit sämtlichen kleinen Wehwehchen. Desto besser ist die Synchro, Spencer bekam seine normale Hess-Stimme und der junge Aladin klingt wie ein Michael J. Fox. Eine bessere Säuferstimme hätte man dem Opa auch nicht verpassen können.



Miami ist eine traumhafte Stadt und damals gut für jede Spencer / Hill Location. Somit spielt auch dieser Film in dieser Gegend. Der Soundtrack (sofern die Betitelung würdig für diesen Knaller ist) ist schauderhaft, die Onions (die damals die legendären Titellieder schrieben wie „Flying through the Air“) sucht man vergeblich. Eine austauschbare Brüllmucke wird auf den Zuschauer losgelassen. Alles sehr lieblos zusammengeschustert.



Die Story ist einfach zu unspektakulär und wartet daher auch mit keinen Highlights auf. Ich hab noch nicht mal was gegen die miesen Special Effects. Denn der geneigte Spencer / Hill Fan sollte eigentlich nix anderes gewöhnt sein. Wer den „Supercop“ gesehen hat (der genauso mies war) wird hier die Tricks sogar loben. Auch Hill drehte noch viel Unfug in den 90ern, von Lucky Luke bis hin zu „Virtual Weapon“.



Für Spencer war es der letzte wirklich sehenswerte Soloauftritt. Die 80er Miami Location ist schick und einige nette Gags sind auch versteckt. Das er es auch ohne seinen blauäuigigen Kompanen kann, bewies Bud bereits eindrucksvoll in „Sie nannten ihn Mücke“. Definitiv der BESTE Solofilm den einer von beiden, abseits des Westerngenres, je vollbracht hat. Ob es wirklich zu einer „Reunion“ kommt steht in den Sternen, obwohl lange Zeit haben beide sicher nicht mehr und auch ein Erfolg ist nicht garantiert. 1994 interessierte nur noch knapp 150.000 deutsche Zuschauer das enttäuschende Müll-Comeback das den Namen „Die Troublemaker“ erhielt.



Fazit: Lange Rede, kurzer Sinn! Letztlich ist „Aladin“ ,trotz der vielseitigen Mängel, eine sympathische und ebenso dämliche Italoklamotte. Unterhaltsam und zumutbar ist der Film nur für Spencerlovers. Für diese ist der Film auch stark kurzweilig, auch ohne viel Prügel. Sonstigen Zuschauer ist dieser Film definitiv nicht zu empfehlen. Ich hatte und werde auch weiterhin meine Freude haben Pimp Spencer bei der „Arbeit“ zuzusehen, auch wenn er Nachts bekanntlich nicht „arbeitet“. In diesem Sinne, alles gute zum 80sten lieber Bud! Und zum Torte mampfen vielleicht mal eine alte Retroperle in den Player werfen, auch wenn es nicht unbedingt diese sein muss!



Kurzfazit: Nur für Spencerfans ansehbar, für alle anderen ein Graus!

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