Joe Garret [ Richard Liberty ] hat vor sieben Jahren mit zwei anderen Männern eine Bank ausgeraubt und 20 Millionen Dollar erbeutet. Nur er wurde gefasst; die Beute blieb ebenso verschwunden wie die Identität der Komplizen. Nach seiner Haft macht sich Garret auf den Weg nach Miami, um einen mittlerweile zu einem politischen Schwergewicht gewordenen Gauner zu erpressen. Dieser schaltet ihn aus und ruft damit auch die beiden Polizisten Doug Bennett [ Terence Hill ] und Steve Forrest [ Bud Spencer ] auf den Plan, die ihren einzig unaufgeklärten Fall im Nachhinein lösen wollen...
Der Film unterscheidet sich wenig von anderen, zumeist belanglosen Actionkomödien Mitte der 80er Jahre; in dem Zeitraum kamen derlei Werke ja nun wirklich in Batzen auf dem Markt.
Der grösste Gegensatz in der Disparität liegt dann wirklich nur in der Besetzung mit Spencer / Hill, die als Art Abschiedsvorstellung noch einmal als Team auftreten und sich so immer noch von den anderem Durchschnitt abheben konnten.
Ansonsten wird zu wenig geboten; angesichts des xten Auftritts der Beiden und damit besserer Vorstellungen und auch in Betracht der nunmehr fortgeschrittenen Zeit. Miami Cops versucht auch zu sehr, sich dem Amerikanismus anzupassen; auffällig ist der wenige Körpereinsatz ebenso wie der Schusswaffengestus, der sich bereits von Beginn an durchdrückt.
Der Vorspann selber kann heutzutage vor allem wegen dem eingängig – forschen Titeltheme der La Bionda Brüder immer noch überzeugen; als Aushängeschild und Vorbereitung der folgenden Ereignisse in erster Linie mächtig Druck machend. Der Score zieht sich auch in mehreren, im Tempi abweichenden Variationen quer durch die Laufzeit; hat allerdings nicht viel hervorzuheben. Auch sind von Beginn weg die Bilder bereits sehr willkürlich ausgewählt; der tatsächliche Eindruck kommt kaum über die reine Schlagzahl pro Zeiteinheit hinaus. Bei aufmerksamer visueller Betrachtung sieht man nämlich nicht mehr als wenig aufregende Urlaubsaufnahmen: Etwas Zoo bzw. Zirkus mit Tierdressuren, verschiedene Clubs und die Gegend selber als grosser Anreiz. Immer mal mit den beiden Protagonisten in Uniform unterschnitten, die ihre Waffe ziehen.
Das tun sie dann öfters; nachdem sich die Banalität kurzzeitig zugunsten der Paralleleinführung etwas legt, kommt sofort eine Pistole in Grossaufnahme ins Bild. Auffällig ist dann auch, dass die Gegner überwiegend mit dem Dienstrevolver in Schach gehalten werden; was dann auch jede Möglichkeit einer physikalischen Auseinandersetzung komplett verhindert. Lässt sich schlecht kämpfen, wenn der Ruf „Hände hoch!“ befolgt wird. Selbst der indianische Muskelprotz Charro [ William 'Bo' Jim ] bringt nur eine Prügelei mehr mit hinein, und das ist für eine geraume Zeit auch die einzige.
Dementsprechend wird der Showdown auch in einer ausschweifenden Ballerei in einem Lagerhaus ausgetragen; das bisschen Gekloppe anschliessend ist dann nur noch sekundär, wenn überhaupt.
Abseits vom Einsatz des Ballermanns ist noch markant, dass sich das Drehbuch als Abfolge von Überfällen kennzeichnen lässt und daran seinen Fortgang entlanghangelt.
Der Auslöser ist ein Banküberfall. Die Eröffnung ist ein Überfall auf das Waffengeschäft. Garrets Plan wird durchkreuzt, als sein Bus überfallen wird.
Forrest lernt seine Gespielin bei einem Überfall auf ihren Truck kennen. Zwischendurch wird als eine Spur der Überfall auf einen Footballspieler verhindert und einer explodierenden Autobombe aus dem Weg gegangen, weil man gerade einen Handtaschenräuber verfolgt.
Das Skript versucht dann auch, sich im entsprechenden kriminalistischen Grundmuster zu bedienen, beim Umfeld zu bleiben und tischt eine Verbrechensgeschichte auf, die es zu lösen gilt.
Die Konzeption der aneinander addierten hit and runs sorgt zumindest für viel Abwechslung und Kurzweiligkeit; die Ereignisse werden nicht per Dialoganalyse aufgeklärt. Der Plot ist auch dichter als sonst, wenn schon nicht so clever im Detail.
Der Einfachheit halber wird sich natürlich mehr auf Kommissar Zufall als auf eine wissenschaftliche Methode verlassen; die meisten Hinweise kommen prägnanterweise über Schilder am Strassenrand.
Dann werden Leute verfolgt, deren blosse Initialen identisch sind. Und die zwar so schlau waren, ihre Gesichter zu verändern, aber die Fingerabdrücke vergessen haben.
Dass die Anzahl der Verdächtigen so irgendwann minimiert wurde, lässt dann auch das ewige Tarnen und Täuschen vorher zugunsten eines provokanteren Auftritts der beiden Cops fallen: Sie rauschen mit ihren Hubschrauber auf seiner Party an und ruinieren diese; die Schergen werden hier auch mal ausgeknockt.
Nur in der kurzen Sequenz kommt dann auch mal das sonst übliche Nassforsche der Akteure zum Tragen; da ist die sonstige kooperative Verständigungsbereitschaft mal ausgeschaltet. Ansonsten wird nämlich sehr wohl nach den Regeln gespielt und sich so ständig ausgebremst. Anordnungen vom Chef werden ebenso befolgt wie bis auf kleinere Abweichungen auch der normale Ermittlungsweg. Die althergebrachte Methode mit Kopf durch die Wand ist das jedenfalls nicht; ein Irrweg der kreativen Anpassung.
Auch dass man Beiden kurzzeitig eine feste Freundin zur Seite gestellt hat, die dann auch noch die Wohnung teilen, ist eigentlich ein Unding im ansonsten autark lebenden Duo. Zumindest wird zuletzt auf eine Verabschiedung der Herzensdamen verzichtet; zwar kein Benimm, aber ein Lebewohl hätte jetzt grad noch gefehlt.
Auch dadurch ist der Humorpegel etwas gedämpft; wohl neben dem fehlgeleiteten Radau die grösste Ernüchterung. Bis auf eine simple Verwechslungssequenz – Forrest redet vom Chef und sein Gegenüber vom Hund – sind die Gags eher lau. Ob das nun an der Synchro liegen mag oder schon im Original so vorgegeben ist, lässt sich schlecht beurteilen; aber man hat schon mehr und besser gelacht.
Für Fans wird sicher noch genug geboten, aber die sind auch mit gutem Willen dabei.