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„Der Bomber“ brachte das Dreamteam aus „Sie nannten ihn Mücke“, Bud Spencer und Michele Lupo erneut für einen Sportfilm zusammen und man kann sich dem Anschein nicht entziehen, daß hier ein Erfolgsmodell wiederholt werden sollte und wurde
Nicht nur, daß sich die Plots enorm ähneln, auch die Locations und der Aufbau erinnern recht stark an den „Bulldozer“, ohne allerdings die Frische des alten Films zu erreichen.

Erneut sind ein Hauptbösewicht mit einer Schar amerikanischer Soldaten am Hacken die Gegner, wieder ist der Ausgangspunkt ein scheinbar gescheiterter Sportler, der jetzt Fischer ist. Wieder gibt es eine Horde junger Italiener, die mithilft (einige sind in beiden Filmen dabei gewesen); es gibt Trainingslektionen und erste Kämpfe und Spencer ist solange widerborstig, selbst was zu tun, bis die Gegenseite zu unfairen Mitteln greift.

Das Problem bei „Bomber“ ist, daß sich Boxen viel weniger für die typische Sportkomik eignet als etwa die Mannschaftssportart American Football. Viel zu oft ist der italienische Komiker Jerry Cala als ungeschicktes und unglückliches Stehaufmännchen im Tross im Bild, der für die leichte Komik sorgen soll. Spencer selbst hielt sich hier deutlich zurück, aber das hilft dem Film nicht weiter , auch der Anteil an gut choreographierten Schlägereien hat man zurückgefahren, die eine große Kneipenklopperei ist sogar enorm deutlich eine Schnittmenge der beiden großen Prügeleien aus "Mücke" Der finale mano-a-mano-Fight im Boxring ist einfach zu eindimensional und zu klar im Ausgang, als daß er einen unausgewogenen Film noch retten könnte - dazu ist der junge, unbehauene Amateurboxer auch nicht eben wirklich sympathisch gezeichnet, damit dessen Schicksal hier jemanden wirklich berührt.

Leider ist auch Kallie Knoetze kein wirklicher Ersatz für das amoklaufende Mienenspiel eines Raimund Harmstorf, da kann nicht mal helfen, dass Rainer Brandt persönlich den Bösewicht einspricht. Und eine Figur wie das Sympathiescharnier Joe Bugner sucht man hier leider vergebens.

Das Ergebnis ist größtenteils albern, doch dann wieder überraschend dramatisch ernst und man kann bei diesem Plot teilweise Mr.Stallone den Vorwurf machen, seinen fünften Rocky-Film ideentechnisch bei „Bomber“ geklaut zu haben.
Es ist nicht der schlechteste Solo-Spencer, aber eine Offenbarung bietet er auch nicht. Im Gegensatz zu dem klassischen Mücke (der darüber hinaus von Brandt und Co. noch hervorragend synchronisiert war) fällt er deutlich ab. (6/10)

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