„Die letzte Rechnung zahlst du selbst“ ist ein guter, wenn auch eher harmloser Vertreter des Italo-Western Genre mit einem guten Lee Van Cleef:
Cudlip (Lee Van Cleef), Al und Preacher sind drei recht harmlose Ganoven. Eines Tages klauen sie mit viel List eine Tasche mit den Gehältern der örtlichen Silbermine, die ein Europäer namens Novak (Antonio Sabato) bei sicht hat, aus der fahrenden Postkutsche. Blöderweise stirbt Cudlips Pferd und deshalb trifft er in der Wüste auf Cudlip, der zurück geritten ist, um die Tasche zu finden. Beide reiten gemeinsam in die nächste Stadt und lernen sich ein besser kennen. Da die Minenarbeiter ihr Geld haben wollen, veranlasst der Minenchef Sam Cooper (Bud Spencer), dass das Geld erneut geschickt werden soll. Diesmal kommt jedoch der Sheriff mit und auch Cudlip soll mitkommen, da er sich in der Gegend gut auskennt. Nach kurzem zögern willigt er ein, einen Plan im Hinterkopf habend, um auch an dieses Geld zu kommen. Alles verläuft nach Plan, bis der Transport auf dem Rückweg überfallen wird. Der Sheriff wird schwer verletzt aber sie können entkommen. Cudlip ist sich sicher, dass er die Taschen unbemerkt ausgetauscht hat, doch Novak war schlauer, und hat das Geld vorher an sich genommen, ahnend, dass Cudlip auch am ersten Überfall beteiligt war. Die Bande, die den Transport überfallen hat, gehört zu dem Gangster Burton (Gordon Mitchell). Dieser plant nun, die gesamten Silbervorräte zu klauen. Aus Furcht vor erneuten Überfällen wird Cudlip zum Sheriff ernannt, zum Missfallen seiner beiden Kumpanen Al und Preacher. Als am nächsten Tag ein großes Fest ist, nimmt Burton die Frauen und Kinder in seine Gewalt und erpresst so die Silberbarren, doch Cudlip hat einen Plan, wie sie Burton eine Falle stellen können. Es kommt zum entscheidenden Kampf auf dem Minengelände, der einen unerwarteten Ausgang nimmt....
Die Story ist zwar nun nicht revolutionär, kann aber durch viele gute Einfälle überzeugen. Außerdem baut sich die Spannung langsam auf, sodass der Zuschauer bis zum Ende mitfiebert. Das Ende ist auch der beste Teil des Filmes, da es den Zuschauer doch ganz schön überrascht und es dadurch, dass es nicht ganz eindeutig ist, dem Zuschauer zum Überlegen einlädt, wie es weitergehen könnte. Anders, als in vielen anderen Genrevertretern, haben wir einen Protagonisten, der während des Filmes immer mehr vom Bösen zum Guten wird und schließlich sogar Sheriff ist. So steht er im Widerspruch zu Charakteren wie Django und Co. Auch bietet der Film eine gute Prise Humor, was die Stimmung auflockert.
Lee Van Cleef spielt den Part des Cudlips gewohnt souverän. Man merkt ihm die Westernerfahrung an. Auch ist sein allmählicher Wandel von Böse zu Gut glaubwürdig.
Auch Antoni Sabato als Greenhorn Novak spielt gut. Er passt perfekt in die Rolle des Europäers, den es in den Wilden Westen verschlägt und dort zu erst gar nicht zurecht kommt.
Gordon Mitchell, passt ebenso perfekt für die Rolle des Burton, da er durch seine markanten Gesichtszüge und den Blick wirklich furchteinflößend aussieht und nicht, wie in manch anderem Western, eher lächerlich.
Anzumerken ist, dass auch Bud Spencer in diesem Film mitspielt. Er verkörpert den Part des Minencheffes Sam Cooper und ist mal in einer ganz anderen Rolle zu finden, als in seinen späteren Filmen. Dazu trägt nicht nur der abrasierte Bart bei. Aber auch diese Rolle steht ihm gut und mit seinem Aussehen passt er gut ins Bild des Kapitalisten.
Die Musik ist in diesem Film auch passabel. So untermalt sie gut die einzelnen Szenen, wobei einige Musikstücke doch sehr an die Musik aus den amerikanischen Western erinnern. Besonders gut gefällt mit die Musik, wenn Burton auftaucht, da sie sehr gut das Bedrohliche vermittelt.
Auch die Kamera macht einen ordentlichen Job. Es gibt zum Teil einige, wenn auch zaghafte, Schwenks. Teilweise mischen sich auch schöne Landschaftsaufnahmen mit herein. Dies zeigt schon, dass es sich um einen Western höheren Niveaus handelt.
Alles in allem ist „Die letzte Rechnung zahlst du selbst“ ein guter Vertreter der Italo-Western. Man sollte ihn sich als Westernfan ruhig mal ansehen. Anzumerken ist, dass die deutsche Fassung jedoch drastisch geschnitten zu sein scheint.