Review

Meine Fresse, was war das damals in den 70ern für eine bewegte Zeit und wie aufregend: 1974 "TCM", der Skandalfilm schlechthin, 1976 "Das Omen" (harmlos) und 1978 "Zombie" (nicht ganz so harmlos). Die Jugendschützer hatten bei diesen Horrorklassikern (leider) ganz schön viel zu tun. Während "Das Omen" gerechtfertigt auf eine FSK-Freigabe ab 16 runtergestuft wurde und "Zombie" uncut beschlagnahmt und eingezogen wurde, landete "TCM" auf dem Index. Drei Leidensgeschichten also. Ich widme mich nun letzterem Film.

1974 schuf ein mäßig begabter Regisseur namens Tobe Hooper (der später nur mit "Poltergeist" unter S. Spielberg`s Fittichen einen wirklich guten Film drehte) in Kooperation mit Kim Henkel (der später das Verbrechen beging und "TCM 4" zu drehen wagte - dafür muss er in die Kettensägen-Filmhölle) einen bis heute furchteinflößenden und mittlerweile klassischen Reißer um eine kranke Schlachterfamilie aus dem Hinterwald, die bevorzugt Twens metzelt. Mit Leatherface, der seine Kettensägen-Opfer häutet und deren Gesichter aufsetzt wurde eine widerliche Kultfigur geboren und im Horrorfilm ein neues Zeitalter eingeläutet: Nix mit wabrigen Nebel und Licht-Schatten-Spielchen, sondern nur noch plakatives Gemetzel. Das war also der Verdienst von "Blutgericht in Texas", nun ja.
Der Film selbst ist jedoch nicht sonderlich gelungen. Zwar kommt zumindest teilweise so etwas wie Spannung auf, aber bis etwa einer halben Stunde nach Beginn passiert erst einmal gar nichts außer banalem Gelaber und der Mitnahme eines (scheinbar geistig degenerierten) Anhalters. Dann gibt es auch keine Spannung mehr, sondern nur noch den albtraumhaften Ich-zersäg-euch-alle-Metzel-Marathon und die angsteinflößende Darstellung der widerlichen Bräuche einer degenerierten Hinterwäldler-Familie. Wie schon gesagt: ganz nett, aber auch nicht mehr.

"TCM" ist einer jener haushoch überschätzten Filme, die zwar zu ihrer Zeit stilbildend waren und noch bis heute sind (man siehe die Konventionen, die sich bis heute gehalten haben: Panne im Wald, Gruppe Teenies, Drogen, Degenerierte -> sehr auffällig bei "Wrong Turn"), eigenständig aber nur wenig zu überzeugen vermögen angesichts ihrer simpel gestrickter Handlungen. Deswegen kann man hier nicht mehr als 6 von 10 Punkten geben.

Details
Ähnliche Filme