Dass das "Original" immer besser ist als das "Remake" ist ein ehernes Gesetz - insbesonders wenn es sich um den wohl bekanntesten und beliebtesten Horrorstreifen aller Zeiten handelt: "Texas Chainsaw Massacre", eingedeutscht "Blutgericht in Texas" - allein diese Übersetzung ist Horror pur.
Und der Film ebenso.
Jugendliche geraten mehr oder minder unverhofft in ein altes leerstehendes Haus, treffen dort auf einen durchgeknallten Leatherface - ein nettes Mensch, der sich aus Häuten anderer Jungs kleine Gesichterchen bastelt um sie sich als Maske aufzusetzen und eine ausgesprochene Vorliebe für Kettensägen besitzt. Reichlich weitere skurille Personen treiben ihr Unwesen.
Unsere freundliche Jungendgruppe gerät auch flugs in Hysterie und Panik, denn das Gemeucheltwerden behagt nicht sonderlich. Fortan besteht "TCM" (wie Fans diesen Movie in liebevoll verherrlichender Weise abkürzen) aus reichlich Gekreische (Mädels) und Blutlassen (Jungs). Und Dummgelaber (Rollstuhlfahrer). So lecker die Mädels, so cool die Jungs in ihren 70er Jahre Outfits auch aussehen mögen - TCM im Original wartet mit reichlich abstruser Story, Reißbrettdialogen und nicht nachvollziehbaren Handlungen auf.
Warum geht jeder in ein unverschlossenes Haus hinein, auch wenn niemand auf das Klopfen antwortet? Wieso kommen immer wieder die gleichen Dialoge "hör auf, das ist nicht mehr lustig"? Diese ausgelutschten Horrorstreifenklischees mögen 1974 noch neu und unterhaltsam gewesen sein - aus heutiger Sicht mag allenthalben die Story noch "beklemmend und verstörend" wirken, die Machart des Filmes indes ist es keineswegs. Das permanente Gezeter, durch den Wald Gelaufe und Geschreie ist weder originell noch spannungsfördernd.
Auch wenn ich mich gegen die gesamte Community der TCM-Liebhaber stelle: Michael Bay's Remake gefällt mir um Längen besser. Hier wird die Grundidee vom Original langsam aufgebaut und mit netter Handlung und sinnvollen Dialogen versehen. Natürlich - ohne das Original hätte es ein Remake nicht gegeben, und die Atmosphäre ist zweifelsohne einzigartig. Doch bleibt ein bitterer B-Movie-Geschmack im Mund zurück.
Musik, Schauspieler, Grundidee gut, Umsetzung aus heutiger Sicht wenig gelungen - objektiv ein guter Kultfilm, subjektiv als langweilig empfunden. Da bleiben gerade mal noch 4/10 Punkten stehen.