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Vier junge Menschen unternehmen einen Ausflug und erleben Schreckliches als sie an den kettensägenschwingenden Leatherface und seine Familie geraten.

Tobe Hooper hat mit diesem Film ein wahres Meisterwerk geschaffen und das, obwohl ihm kein Riesenbudget zur Verfügung gestanden hat. Der Film strahlt durchgängig eine unbehagliche Bedrohung aus, die sich zunehmend steigert und am Ende in einem wahren Terrorspektakel endet, das seines Gleichen sucht.
Gleich die erste Szene konfrontiert den Zuschauer mit widerlichen Bildern von Leichen auf einem Friedhof, wobei hier durch blitzlichtartige Beleuchtung und die wohl bekannteste Musik des Films ein perfektes Zusammenspiel von Bild und Ton zelebriert wird und durch den pseudorealen Erzähler- und Nachrichtenkommentar kommt man schnell auf den Trichter, es hier mit einer Dokumentation über ein schreckliches Verbrechens zu tun zu haben.
Danach geht es dann zu den vier jungen Menschen, die durch die Gegend reisen und auch hier ist die Bedrohung ständig präsent, obwohl vorerst nichts wirklich Massakröses geschieht. So bereiten uns zum Beispiel ein am Straßenrand liegendes und überfahrenes Gürteltier, die seltsame Begegnung mit dem Anhalter, negative Horoskopvorhersagen, heruntergekommene Gebäude und ein bestialischer in der Luft liegender Gestank auf die grausamen Geschehnisse vor, die dann urplötzlich auf die vier Personen einschlagen.
So sind die ersten Auftritte von Leatherface kurz, schnell und effektiv. Inzwischen kennt jeder sein Gesicht, aber wenn man das erste mal in seinem Leben mit dieser Figur konfrontiert wird, seine tierischen Laute vernimmt und sich dazu noch das ohrenbetäubende Rattern seiner Kettensäge mischt, wird einem Angst und Bange. Am Ende dann ist er ständig präsent und hier kommen noch seine ebenfalls sehr ungewöhlichen Familienmitglieder hinzu und bereiten der letzen Überlebenden und somit auch dem Zuschauer Terror pur.
Entgegen seines blutrünstigen Rufes gibt es im Film äußerst wenig Lebenssaft zu sehen und ausgeweitete Splattereffekte sucht man vergebens. Durch die geschickte Inszenierung meint man mehr davon gesehen zu haben als es in Wirklichkeit der Fall ist. Typisches Beispiel hierfür ist z.B. die berühmte Fleischerhakenszene, in der durch die feine Schnitttechnik der Eindruck entsteht, man sehe das Eindringen des Hakens in das Mädel, aber dem ist nicht so.
Auch die Kamera leistet sehr gute Arbeit. So gibt es neben ruhigen und langen bewegungslosen Einstellungen tolle Kamerafahrten (Höhepunkt ist wohl die grandiose Fahrt hinter dem ersten weiblichen Opfer her als es den von der Schaukel auf das Familienhaus zugeht) und bei der eindringlichen Szene am Mittagstisch der Familie prasseln einem verschiedenste Bilder wie Close Ups von den Augen der Terrorisierten aus unterschiedlichen Einstellungen und subjektive Sichtweisen entgegen kombiniert mit rasanten Schnitten, so dass sich das Gefühl der Ärmsten komplett auf den Zuschauer überträgt.
Einen großen Teil zu der athmosphärisch absolut dichten Stimmung trägt die hervorragende Musik bei, wobei man nicht direkt von Musik sprechen kann, denn hauptsächlich wurden Töne und Sounds in unterschiedlichen Frequenzbereichen verwendet, die ihre Wirkung nicht verfehlen.
Außerdem liefern die Darsteller komplett glaubwürdige Leistungen ab. Der Anhalter (Edwin Neal) und der Koch (Jim Siedow) spielen ihre Verrücktheit äußerst realistisch, Gunnar Hansen ist einfach Leatherface und schon allein auf Grund seiner Körperlichkeit sehr imposant und Marilyn Burns gelingt es wunderbar die zunehmende Wandlung von Angst über Panik bis zu Wahnsinn darzustellen und schreien kann sie zudem unnachahmlich schön.

"Blutgericht in Texas" ist der reine Terror, der sich durch die perfekte Umsetzung auf den Zuschauer überträgt, absolut zu Recht ein Klassiker und wer ihn nicht kennt, hat echt was verpasst.

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