Review

„Tigerkralle 2“ ist ein schwächeres B-Sequel, das leider gegenüber dem passablen Vorgänger deutlich abfällt.
Chong (Bolo Yeung), der Meister der Tigerkralle, sitzt nach den Geschehnissen des ersten Teils im Gefängnis und soll für unzurechnungsfähig erklärt werden. Für den Zuschauer, der den Vorgänger nicht kennt, wird die Handlung während des Vorspanns noch mal kurz zusammengefasst, wobei man dann auch noch diverse Prügelmomente aus dem ersten Teil kostensparend wiederholen kann.
Seiner Bezwinger aus dem ersten Teil, die Cops Linda Masterson (Cynthia Rothrock) und Tarek Richards (Jalal Merhi), gehen inzwischen getrennte Wege und sind kein Paar mehr. Tarek versucht den Waffenhändler Victor (Evan Lurie) dingfest zu machen, doch der entkommt und ermordet Tareks Partnerin. Damit kommt dann die erste eigene Actionsequenz des Films, die aber eher mäßig inszeniert ist und wenig vom Hocker reißt.

Doch dann befreien die Leute des Unterweltbosses Dai Lo Fu (Ong Soo Han) Chong und nehmen ihn mit. Als Linda einen via Tigerkralle getöteten Mann findet, besucht Tarek sie, um mit ihr nach Chong zu suchen. Bei ihren Ermittlungen finden sie heraus, dass auch Victor in die ganze Angelegenheit verwickelt ist...
Die Story von „Tigerkralle 2“ ist leider sehr schwach und kann keine Spannung erzeugen. So beschränken sich die ersten zwei Drittel auf etwas Ermittlungsarbeit der Cops sowie diverse Aktionen der Fieslinge, die Chong als Killer mit Ehrenkodex auszeichnen. Hier ist der Film relativ belanglos ehe gegen Ende dann auf wenig glaubwürdige Weise die Charaktere zu einem „Bloodsport“-artigen Turnier zusammengeführt werden. Hier werden auch noch ein paar lächerliche Mystery- und Fantasy-Elemente eingebracht, die das Ganze erklären sollen.
Die Machart des Streifens ist ganz solide, aber der Look des Vorgängers sah auf jeden Fall besser aus. Zudem war der erste Teil zwar ein simpler Actionkrimi nach Schema F, aber dies war doch angenehmer anzuschauen als der wilde Storymix mit dem der Nachfolger sein Publikum überfällt.

Positiv anzumerken ist die gesteigerte Actionmenge in „Tigerkralle 2“, auch wenn diese zum größten Teil ins letzte Drittel fällt. Zuvor gibt es nur ein paar kurze und recht belanglose Keilereien sowie das ganz nette, fatale Ende des Waffendeals mit einigem Geballer und Gekloppe. Dafür reihen sich in der Endphase des Films die Fights so aneinander als ob es kein Morgen gäbe. Die Kämpfe sind auch relativ spektakulär anzuschauen und weisen eine ordentliche Choreographie auf, weshalb jeder, der etwas für Martial Arts übrig hat, hier zu teil für die hanebüchene Story entschädigt wird.
Cynthia Rothrock spielt hier mehr schlecht als recht, während Jalal Merhi eine ganz solide Performance erbringt. Evan Lurie ist auch eher mau, während Bolo Yeung und Ong Soo Han auf gehobenem B-Niveau agieren – leider hat letzterer Recht wenig Screentime und darf kaum kämpfen. Die sonstigen Darsteller agieren durchschnittlich.

Zwar bietet „Tigerkralle 2“ vor allem gegen Ende ziemlich viel Action, aber die Story ist arg lahm und hanebüchen. Lag der Vorgänger noch knapp über dem Durchschnitt, so liegt „Tigerkralle 2“ definitiv unter der Durchschnittsmarke.

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