Wir schreiben das Jahr 2089. Die Welt ist wieder auf dem Stand der Technik des Mittelalters angelangt. Dafür herrscht Frieden und die Menschen sind glücklich und zufrieden. Dies haben sie den Dreibeinern zu verdanken: Riesige Metallungeheuer, die die Menschheit unterworfen haben, indem sie ihnen sogenannte Masken in den Kopf implantiert haben. Nur Kinder tragen noch keine Masken, da ihre Schädel noch nicht genug gewachsen sind. In dieser Welt wachsen die Cousins Will und Henry in einem kleinen englischen Dorf auf. Als sie mitbekommen, wie ihr ein Jahr älterer Cousin Jack die Maske bekommt und sich von einem auf den anderen Tag schlagartig verändert, bekommen sie es mit der Angst zu tun. Schon in einem Jahr sind nämlich sie an der Reihe. Dem anscheinend Verrückten Ozymandias erfährt Will, daß in den "weißen Bergen" in der Schweiz die letzten freien Menschen leben. Daraufhin verlassen Will und Henry in einer Nacht- und Nebelaktion das Dorf und machen sich auf die Suche nach den weißen Bergen, auf einem Trek quer durch das unterworfene Europa. Auf Schritt und Tritt von den Dreibeinern verfolgt...
Dies ist der Aufhänger zur ersten Staffel der BBC-Kinderserie, die auf den sehr guten Büchern "The Tripods" von John Christopher basiert. Die Serie ist eins der absoluten Highlights der BBC-Kinderserien. Sie ist äußerst spannend erzählt und weiß auch Erwachsenen zu gefallen. Jede Folge baut auf der letzten auf, so daß man keine Folge verpassen will. So kommen die Jungs auf ihrem Weg in die Alpen unter anderem in das total zerstörte Paris oder entdecken die Stadt der Dreibeiner. Über allem schwebt immer die Frage, was genau die Dreibeiner denn überhaupt sind: Eigene Wesen oder Maschinen, die von Menschen oder von Außerirdischen gesteuert werden? Die Antwort auf diese Frage gibt es erst in Staffel 2.
Die Schauspieler sind noch Jugendliche und haben daher keine Schauspielerei-Ausbildung genossen. Das merkt man ab und zu, im Großen und Ganzen machen sie ihren Job aber ordentlich.
Wer andere BBC-Serien wie z.B. Dr. Who aus der Zeit kennt, der weiß auch, daß die Special Effects meist ziemlich albern rüberkamen. Nicht so bei den Dreibeinern. Die Effekte sind für das niedrige Budget und die Achziger sehr gut gelungen, dazu kommt das bis heute noch futuristisch anmutende Design der Dreibeiner. Untermalt wird das Ganze von einem sehr guten Soundtrack.
Leider kam die Serie nur 1986 und 1989 im ZDF-Kinderprogramm und wurde soweit ich weiß nie wiederholt. Trotzdem hat sie bis heute viele Fans. Da kann man nur hoffen, daß sich der Kinderkanal einmal erbarmt und sie noch einmal bringt.
Die Serie weicht in einigen Dingen beträchtlich von den Büchern ab. Dies macht sich vor allem in der zweiten Staffel bemerkbar, die um ein ganzes Stück schwächer ist als die erste. Offenbar war das Budget dafür doch zu klein. Das Dritte Buch, in dem die Dreibeiner besiegt werden, wurde nie verfilmt. Wer die Serie mochte, dem lege ich die Bücher wärmstens ans Herz.