Eine Gruppe Gangster verwüstet einen Vergnügungspark und zerstört dabei einen roten Buggy, um den sich Ben (Bud Spencer) und Kid (Terence Hill) gerade gestritten haben. Nun wollen sie von den Gangstern ihren Buggy wieder haben, er muss rot sei und ein gelb Häubchen haben, die Gangster aber wollen nicht so recht. Also brauchen sie schlagkräftige Nachhilfe …
Ich war so etwa 10 Jahre alt, da schenkten meine Eltern mir den ersten eigenen Schallplattenspieler, zusammen mit einem Sampler von K-Tel. Die älteren werden sich noch erinnern, auf diesen Samplern waren 20 Hits der zumeist letzten Monate oder Jahre drauf. Auf meinem war unter anderem ein Lied „Dune Buggy“ von einem Interpreten namens Oliver Onions. Mein Vater erklärte mir, dass Onion Zwiebel bedeutet und dass das lustig ist wenn sich jemand Oliver Zwiebel nennt.
Gute 37 Jahre später gab es das erste Mal den Film zum Lied. Dieses Lied habe ich, so furchtbar ich es immer fand, nie aus dem Kopf verloren – bei dem Wort Buggy hatte ich immer sofort diese schreckliche Melodei im Kopf. Und auch heute hat sie mich entsprechend häufig genervt, da sie im Film recht inflationär eingesetzt wird. Aber gottseidank hilft der Rest vom Film, über diese Ohrenfolter hinwegzusehen.
Im Ernst, ich hab mich wirklich amüsiert. Einige Sprüche war absolute Überflieger, beispielsweise diese herrliche Szene vor der Tür des Gangsterclubs:
„Was liegt an?“
„Tür aufmachen liegt an.“
„Muss das sein? Werdet ihr sonst ungemütlich“
„Wir werden sogar sehr ungemütlich!“
„Dann passt ihr aber gar nicht zu uns. Hier ist es nämlich grade sehr gemütlich.“
Auch die Chorprobe wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Das schöne Lied, die zarten Romanzen, die Probleme des Killers … Ehrlich gesagt bin ich gar nicht mehr aus dem Lachen rausgekommen.
Die Schlägereien sind z.T. hinreißend choreografiert, und Bud Spencer ist in der Szene, in der er ein fahrendes Motorrad erst festhält und dann plötzlich loslässt, dabei aber vollkommen desinteressiert in eine ganz andere Richtung schaut, so nah an Oliver Hardy wie selten. Auch ein wenig Slapstick ist dabei (der zappelnde Motorradfahrer in der Lore ist eine klare Reminiszenz an den Stummfilm), und insgesamt passt der komödiantische Teil in Bezug auf die beiden Hauptdarsteller ganz hervorragend.
Was leider nicht so recht passt ist der Bösewicht (John Sharp), der immer seinen Psychiater im Schlepptau hat, weil er ja selber erst richtig böse werden will.
„ Aber Du weißt doch am Besten wie fies ich bin, Doktor. Ich bin sehr fies. Ich bin so unglaublich fies, dass ich sogar manchmal von mir selbst träume, und dabei zu Tode erschrecke.
„Ach, solange Du vor Dir erschrickst sind wir noch keinen Schritt weiter. Du darfst Dich nicht mehr vor Dir fürchten.“
„Du hast gut reden. Du siehst mich, aber ich muss Dich den ganzen Tag angucken.“
Der Psychiater ist eine völlig verschenkte Rolle für Donald Pleasance, und der Schurke selber nervt irgendwann mit seiner trotteligen Art, da hätte ein wenig mehr Biss gut getan. Und auch die Geschichte selber hätte mehr Biss brauchen können, vor allem zu Beginn plätschert das alles schon sehr dahin. Wer Autos aus den 70ern mag kann noch einige Zeit zuschauen, aber irgendwann ist auch das Thema durch. Na ja, und dann war da noch die Sache mit der Musik … Kaum vorstellbar, dass die de Angelis-Brüder ein Jahr später den starken Keoma-Soundtrack komponiert haben. 2 vollkommen unterschiedliche Welten, inhaltlich wie auch qualitativ …
Kurz, Hauptdarsteller topp, Komik ebenfalls topp, die Geschichte etwas dünn, der Bösewicht eher mau, und die Musik ist ein glatter Fehlgriff. Aber an einem heißen Spätsommertag ist so ein Film genau das richtige zum Relaxen und Spaß haben.