"I needed the bastard to finish the movie."
Regisseur David Schmoeller muss ein tierisches Trauma davon getragen haben, um sich nach vierzehn Jahren noch in einem Kurzfilm über die katastrophale Zusammenarbeit mit Klaus Kinski auszulassen. Immerhin fällt der anekdotenhafte Kurzfilm weitaus unterhaltsamer aus als "Killerhaus", in dem Regisseur und Hauptdarsteller aneinander gerieten.
Schmoeller sitzt in seinem geräumigen Archiv und erzählt aus zwei Kameraperspektiven chronologisch über die Zusammenarbeit mit dem extrovertierten Darsteller, während kurze Inserts, auch vom Dreh zu "Killerhaus" einfließen.
Kinski war für seinen Hass auf Regisseure bekannt und es wurde im gehobenen Alter offenbar immer schlimmer, mit dem Typen überhaupt noch auf eine Basis zu kommen.
Am fünften Drehtag erklärte Kinski ihm den Krieg und dann musste Schmoeller auch noch grundlegende Regeln beim Dreh verändern, da Kinski beim Ausruf "and Action" als auch "Cut" durchdrehte, da er dieses nach über 200 Filmdrehs nicht mehr hören könne.
Regisseur und Crew waren zunehmend genervter und so kam die titelgebende Zeile zustande und man überlegte tatsächlich, Kinski umzubringen, um die Versicherungssumme zu kassieren. Technisch wäre das kein Problem gewesen, zumal beim Dreh Russisch Roulette betrieben wurde. Anderweitig bemerkte man jedoch auch, dass Kinski für den Streifen unerlässlich wurde und somit stellt vorliegender Kurzfilm natürlich nicht nur die Streitigkeiten in den Vordergrund, sondern es ist auch insgeheim eine Hommage an einen starken Schauspieler, mit dem die Zusammenarbeit eben nahezu unmöglich schien.
Die rund neun Minuten sind zwar etwas hakelig geschnitten und die Geräuschkulisse im Hintergrund hätte man ein wenig eindämmen können, doch die humorvolle Art, in der David Schmoeller seine Erfahrungen präsentiert, ist durchaus sympathisch und unterhaltsam ausgefallen. Und er zeigt, wie Klaus Kinski wahrscheinlich wirklich war: Als Mensch ein fieser und unberechenbarer Psychopath, aber innerhalb ebensolcher Rollen ein durch und durch überzeugender Schauspieler.
6,5 von 10