Review

New York, 1930 rum.
Der Taugenichts Sonny [ Guiliano Gemma ] verliert seinen Job als Putze in einem asiatischen Kampfsportstudio und lässt sich auf der Suche nach Geld und Essen zu einem Wrestlingmatch treiben. Dort belauscht er einen getürkten Kampf von örtlichen Paten Don Angelo [ Robert Middleton ] und versucht, daraus Nutzen zu ziehen. Der angeheuerte maskierte Kämpfer Charlie Smith [ Bud Spencer ] weigert sich aber und schmeisst den Deal; als Folge müssen beide abhauen. Da man ihre Gesichter nicht kennt, schleusen sie sich einfach in Angelos Gang ein und lassen sich als Geldeintreiber anheuern. Dabei bekommen sie Ärger mit Senator O‘Riordan [ Georges Rigaud ] und Inspector Mackintosh [ Bill Vanders ]. Und ein Mordauftrag steht auch für sie an...

Zu aller Überraschung wirklich unterhaltsame und daneben auch recht gute Actionkomödie aus dem Hause Barboni / Spencer, die diesmal ohne den Dritten im Bunde Terence Hill auskommen müssen und ihre Sache trotzdem bestens machen. Aufgefüllt wurde die frei gewordene Stelle mit Guiliano Gemma, der die doch analoge Rolle von Hill übernimmt und diese eigentlich nicht ganz zu einfache Aufgabe gut meistert. Zudem ist das neue Gesicht eine willkommene Abwechslung, ein etwaiges Fehlen wird anstandslos überspielt.

Auch das ungewohnte Setting sorgt für ein neuartiges Flair, dass viel zum Gelingen des Filmes beiträgt. Das New York der Wirtschaftskrise wurde recht liebevoll nachgestellt; auf seine eigene Art und Weise sicherlich, aber durchaus den Eindruck eines kleinen Mikroskosmos erweckend, der zum Schauen ebenso einlädt wie zum Verweilen. Trotz einiger Zugaben an amerikanische Gangsterfilme hat man den italienischen Hintergrund nie vergessen; dieser ist spürbar und entwickelt dadurch eine gewisse Spezialität, was durchaus ein heimisches Gefühl auslösen kann.
Und das im Angesicht der „Great Depression”, die auch hier nicht ausgeblendet, aber natürlich für das Sujet verharmlost angepasst wird.
Da stehen auch die langen Schlangen der Hungernden vor den Hilfsküchen der Heilsarmee, aber das vermeidet nicht die Witze drumherum. Es gibt übrigens Bohnen, deswegen der Titel.

Die schnell steigende Arbeitslosigkeit und extreme Verelendung weiter Bevölkerungsschichten erfasst bis auf Polizei und Gangster jeden Beteiligten; also alle die, die zwischen den beiden Fronten geraten.
Wirklich einträglich ist nur die Unterwelt; als Charlie und Sonny sich verpflichten lassen gelangen sie gleich einige Klassen nach oben. Verpflegungen mit Sauna und Massage stehen ebenso an wie massgeschneiderte Anzüge und Handgeld; eigentlich sind sie ja fein raus jetzt.

Problematisch ist nur, dass sie sich zwar alle Mühe für den neuen Job geben, aber einfach nicht so wirklich den Anforderungen gewachsen sind. Kein Gutmenschendenken, aber angesichts einer vom Pfirsichkern lebenden Familie können sie einfach nicht zusehen oder gar weiter ausbeuten; sondern kaufen dann schon mal Lebensmittel und helfen mit Geld. Sympathischer wirkt das noch, da es eben keine altruistische Selbstaufopferung im Sinne des Christentums und damit ein übertrieben ethisches Prinzip ist; sondern wirklich von Herzen kommt, gegen den eigenen Widerstand sogar. Beide sind wahrlich weniger begeistert davon und geben auch nicht so wirklich gerne, aber eben doch. Da es für sie angenehmere Methoden gibt, auch was vom Kuchen abzukriegen. Was dann auch natürlicher wirkt und sie gleich menschlicher macht; keine reine Nächstenliebe auf Kosten eigener Einschränkung, aber trotzdem eine positive Philosophie.

Nehmen tun sie es dann von den Richtigen, den anderen Gaunern nämlich. Wobei sie die imaginäre Grenze zu anderen Gangs überschreiten, indem sie einfach die Strassenseite wechseln und die Geldeintreiber der zweiten Gruppierung berauben.
Dies wird aber durch den Informant Judas [ = Sinnbild des Verräters ] weitergemeldet, woraus ein Bandenkrieg entbricht.

Das Drehbuch ist auch ganz ansprechend aufgebaut und erlangt vor allem mit und in der Ausstattung auch seine nötige Dichte, um abseits von Schlägereien über die Runden zu kommen. Diese halten sich bis auf ein ausgedehnt - mächtiges Wrestlingmatch zu Beginn sowieso lange zurück; erst am Ende folgt noch eine wie üblich gut getimte Slapstickprügelei. Der Humor verlässt sich ansonsten öfters mit gutem Gewissen auf die Synchro; die Struktur selber wird durch das wechselseitige aufeinander Einwirken der doppelt charismatischen Zentralperspektive aufgebaut. Die Beziehung der zwei Protagonisten mit sich selber und ihrer Umwelt ist gut aufgeschlüsselt und vor allem flüssig; ohne jetzt immer den einfachsten Weg zu gehen. Hier und da werden auch einige kleine Überraschungen aufgefahren, die das Geschehen neben dem Vergnügen auch leicht spannend machen; ohne jetzt natürlich die Kreativität ins Unermessliche zu sprengen.

Beachtenswert sind die Eingaben über ausgefallene Ideen, die dann auch nicht geplant oder einstudiert wirken; sicherlich keine Commedia dell'Arte, aber immerhin. Als Beispiel dient die seltsame Tanzeinlage von Sonny ebenso wie das Auto im Haus sowie die private Asservatenkammer der Mafia, wo die Waffen nach Dienstplan ausgegeben werden.
Das parodistische Spiel zwischen Einbildung und Wirklichkeit wird dann durch zwei Tagträume von Sonny endgültig ausgehebelt, die seine Perspektive ebenso verzerrt wiedergeben wie auch die filmische Allgemeinsituation. Vorstellungen der Beteiligten vor und hinter der Kamera sind zwar Trugbilder, aber haben ihren Hintergrund in der Praxis und schaffen nur neue Wirklichkeiten für den Moment. Vorgegaukelt wird dann neben dem Setting eben auch die jeweilige Identität – Charlie maskiert sich. Sie schleichen sich in die Gang ein. Vor anderen geben sie sich als Angehöriger einer Spezialpolizeitruppe aus – sowie auch untereinander ihre Fähigkeiten: Charlie und Sonny machen sich gegenseitig vor, dass sie ihre Killeraufträge auch erledigt haben.

Der ein Jahr später erschienene Nachfolger Auch die Engel mögen‘s heiss wartet nur noch mit Gemma als Sonny auf, schliesst aber sonst direkt an. Ob die Spielfreude der Beteiligten und das Vergnügen der Zuschauer ebenso gross wie hier ist, ist noch nicht bekannt.

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