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ACHTUNG! SPOILER!

Die vorliegende Fassung des Films THE ALPHA INCIDENT wurde u.a. in den 50 Movie Pack Collections „Nightmare Worlds" und „Chilling Classics" von Mill Creek Entertainment veröffentlicht.
Ein tödlicher Mikroorganismus wird von einer Raumsonde zur Erde gebracht. Begleitet von dem Wissenschaftler Dr. Sorensen (Stafford Morgan) soll der Organismus auf Anordnung der Regierung mit einem Zug in ein geheimes Labor überführt werden. Während des Transports kommt es zu einem Unfall und die gefährliche außerirdische Lebensform kann entweichen. Eine Bahnstation in der Nähe der Kleinstadt Moose Point wird daraufhin unter Quarantäne gestellt, da sich die hier anwesenden Personen, der Stationsleiter Charlie (Ralph Meeker), der Mitarbeiter Jack Tiller (John Goff), die Sekretärin Jenny (Carol Irene Newell) und der Handlanger Hank (George „Buck" Flower) und auch Sorensen mit dem Organismus infiziert haben. Sorensen, der mit den Sicherheitsbehörden in Kontakt steht, versucht die Situation in der Bahnstation unter Kontrolle zu halten, während einige Wissenschaftler fieberhaft an einem Gegenmittel arbeiten. Die Betroffenen müssen derweil versuchen, wach zu bleiben, da der Organismus nur im Schlaf seine tödliche Wirkung entfaltet. Nachdem Charlie ein erstes Opfer des Organismus geworden ist, und Jenny sich aus Angst selbst getötet hat, versucht Hank zu flüchten, wird aber von Sorensen angeschossen und tödlich verletzt. Dann wird von einem Hubschrauber ein vermeintliches Gegenmittel abgeworfen. Als Jack das Medikament einnimmt, fällt er jedoch sofort tot um. Die Infizierte sollen getötet werden, da die staatlichen Stellen inzwischen jede Hoffnung aufgegeben haben, ihnen noch helfen zu können und eine Ausbreitung der Seuche mit allen Mitteln verhindert werden soll. Schließlich stürmt ein Trupp von Männern in Schutzanzügen die Bahnstation und Dr. Sorensen, der letzte Überlebende, der soeben festgestellt hat, dass er gar nicht infiziert ist, wird von diesen getötet.

THE ALPHA INCIDENT ist ein Film aus dem Hause Rebane, und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn neben Bill Rebane waren auch noch Barbara J. Rebane, Alan Rebane, Jutta Rebane und Randolph / Randy Rebane an der Produktion beteiligt, zum Teil in mehr als einer Funktion. Wenn man das Einsparpotenzial dieser Produktionsweise bedenkt und sich das vorliegende Ergebnis anschaut, kann das Budget des Films kaum mehr als ein paar tausend Dollar betragen haben, zumal weder Geld für aufwändige Sets noch für nennenswerte Spezialeffekte aufgewendet wurde.
Die Handlung des Films, eine Mischung aus „The Andromeda Strain" und „The Crazies", spielt sich dabei überwiegend in einer winzigen, muffigen Bahnstation ab. Für Abwechslung sollen ein paar Außenaufnahmen und einige Szenen in einem geheimen Labor sorgen, doch das bleiben vergebliche Versuche, den Film interessanter zu machen. 92 sehr lange Minuten (92:36 um genau zu sein) mühen sich teils überforderte, teils lustlose Darsteller mit ihren Rollen ab, ohne die angestrebte bzw. behauptete klaustrophobische Atmosphäre in der Station auch nur annähernd glaubwürdig machen zu können. Rebanes Inszenierung gelingt es ebenfalls nicht, Spannung oder Dramatik zu erzeugen, und so plätschert die Handlung recht ziel- und ereignislos vor sich hin, bis zum „dramatischen" aber vorhersehbaren Ende. Einziges „Highlight" des Streifens ist die kurze Sequenz, in der sich Ralph Meekers Schädel aufbläht und Gehirn und Augen herausquellen. Der Effekt ist recht gelungen, doch für mehr „hervorstechende" Momente hat das Budget augenscheinlich nicht gereicht.
Zur müden Handlung des Films gesellt sich dann auch noch die minderwertige Bildqualität der „Mill Creek" DVD, so dass nur die FF-Taste den Film erträglich macht.

Multitalent Bill Rebane, dessen bekanntester Film wohl „Angriff der Riesenspinne" (1975) sein dürfte, produzierte einen Großteil seiner Filme auf seiner „Shooting Ranch" in Gleason, Wisconsin. Er betätigte sich u.a. als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Kameramann, Cutter etc. THE ALPHA INCIDENT war sein vierter Film in eigener Regie. Sein neuester Film ist die Dokumentation „Silver Street: The Lotta Morgan Story". (Stand: Mai 2015) Mehr über die hochinteressante Karriere Rebanes (inklusive Querverbindungen nach Deutschland !) unter www.billrebanenews.com und www.wikipedia.org

Ralph Meeker (1920-1988) ist hier in einem seiner letzten Filme zu sehen. Der Schauspieler wirkte seit 1951 in mehr als 100 Film- und TV-Produktionen mit, darunter Filme wie „Kiss me Deadly" (1955), „Paths of Glory" (1957), „The Dirty Dozen" (1966), „Brannigan" (1974). In den 70er Jahren sah man Ihn auch vermehrt in Trash-Filmen wie „Die Insel der Ungeheuer" (1976) oder „Das Geheimnis der fliegenden Teufel" (1979).

George „Buck" Flower (1937-2004) war ein vielbeschäftigter Nebendarsteller und hat seit 1970 laut IMDb in mehr als 150 Produktionen mitgewirkt, darunter zahlreiche B-Filme aber auch renommierte Projekte und absolute Z-Filme. Er war in allen Genres zuhause, vom Familienfilm bis zu Soft-Sex-Produktionen.

John Alderman (1933-1987), hier in der Rolle eines Wissenschaftlers, wirkte seit 1958 in rund 100 Filmen und TV-Serien als Darsteller mit. Er machte eine ähnliche Karriere wie „Buck" Flower und war u.a. zu sehen in „Love Camp 7", „Flucht vom Planet der Affen", „The Last Movie", Ein Fall für Cleopatra Jones", „The Black Godfather", „Drive In Massacre" und „Rocknacht des Grauens". In den 80er Jahren wirkte er auch in einigen Pornofilmen mit.

According to production files from the AMPAS library, the film opened in Los Angeles, CA, at the Centinela Drive-In on 27 Jul 1978.
A 12 Dec 1978 Var news item stated that Cinema Shares International Television Ltd. had purchased the worldwide television distribution rights to the film.

(American Film Institute)

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