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Dean Cage ist ein ehemaliger Elitesoldat der mit dem Trauma lebt, sich selbst die Schuld am tot seines besten Freundes zu geben. Dadurch leidet auch das Verhältnis zu seiner Freundin, die nicht nur die Schwester des toten ist, sondern auch Polizistin. Als Cage mit ihr in einem Diner verabredet ist, wird er von korrupten Agenten verwechselt und mit einer Droge Infiziert. Diese Gedankenkontrollierende Droge macht das Opfer empfänglich für jede mögliche Suggestion und tötet den Infizierten nach mehreren Stunden. Nachdem Cage entführt wird und durch die Droge immer wieder mit dem Tod seines Freundes konfrontiert wird, kann er fliehen und macht sich auf die Jagd nach dem Gegenmittel…

Wenn man sich vorher mit einem Film beschäftigt, wundert man sich schon, was ein Wesley Snipes in einer 15 Millionen $ Actionproduktion macht. Zwar spielt Snipes gerne mal in kleineren independent Produktionen mit, wie „Undisputed“ oder „Zig Zag“, aber Actionfilme waren bisher immer Kinoproduktionen gewesen. Komisch das dieser doch eigentlich vernünftige Schauspieler außerhalb der „Blade“ Reihe nicht viel gebacken bekommt. „Unstoppable“ kam nur als DTV Film auf dem Markt und es gibt nichts an den Film, was einen Kinoeinsatz gerechtfertigt hätte.

Produziert wurde das ganze mal wieder vom „Nu Image“ Kinoableger „Millennium Films“ und für diesen Film haben sich alle Stammproduzenten wie Boaz Davidson, Bob Misiorowski, David Varod, George Furla, Randall Emmett, Danny Dimbort sowie Trevor Short und Avi Lerner versammelt. Leider hilft es den Film auch nicht. Mag die Story auf dem Papier noch ganz nett geklungen haben, so wird jeder interessante Aspekt von der Spröden und uninspirierten Regie im Keim erstickt. TV-Routinier David Carson(Serien von „Smallville“ bis „Martial Law“ oder „Witchblade“; aber immerhin auch den Kinofilm „Star Trek: Generations“) lässt den kompletten Film wie eine Fernsehproduktionen aussehen. Die Story, die zu jeder Minute etwas unglaubwürdiger wird, hat doch arg mit dem Budget zu kämpfen. So soll alles groß wirken, mit den üblichen Verschwörungstheorien(natürlich ist das C.I.A. und F.B.I. beteiligt), vielen Figuren und Plottwists. Selbst die ganz nette Idee, wildfremde Leute durch die Droge zu kontrollieren, wird nur einmal genutzt und dann nicht weiter darauf eingegangen. Das alles wirkt dann noch durch die völlig uninteressanten Figuren, die außer Snipes so gut wie gar kein Background bekommen, und deren oftmals lächerlichen Dialogen alles andere als „groß“ oder gar spannend. Dem Niveau passen sich die Darsteller ohne Probleme an. Selbst so bekannte Gesichter wie Kim Coates („Open Range“, Waterworld“) oder Stuart Wilson („Flucht aus Absolom“, „Vertical Limit“) bleiben farblos. Wesley Snipes hat ein bis zwei Lichte Momente, aber da sein Charakter den ganzen Film unter Drogen steht, spielt er einfach verkniffen und verwirrt. So als ob er auch unter Drogen gesetzt wurde um hier mitzuspielen. Den Vogel abschießen tut aber Jaqueline Obrados(„Extreme Rage“). Sie spielt die Freundin von Snipes und tritt als knallharte Polizisten auf, die sich nichts sagen lässt, aber dafür immer einen Spruch auf Lager hat. Das wirkt schon nach wenigen Minuten sehr aufgesetzt und lächerlich. Ebenso wie die Ermittlungsarbeit der Cops und die Zufälle die entstehen.

Nun gut. Bei einem Actioner kommt es mir vor allem auf die Action an. Doch auch hier hebelt die Inszenierung den Film aus. Rasante oder gar aufwändige Action gibt es bis auf das Ende, wo immerhin eine Gatling zum Einsatz kommt und ein Hubschrauber recht ansehnlich in die Luft fliegt, kaum. Dean Cage ist meistens auf der Flucht und rennt dementsprechend weg. Ein paar Sekunden zeigt Snipes mal etwas Martial Arts und sonst sind wird nur vereinzelt auf den fliehenden Geschossen. Im Mittelteil gibt es dann auch noch einen peinlichen Effekt bei der Zerstörung eines Tanklasters, der Erinnerungen an „Derailed“ aufkommen läßt. Das Dean Cage seine Gegner immer wieder als Soldaten aus der Vergangenheit sieht und sich die Bilder immer wieder mit der Realität mischen(alles immer verschwommen gefilmt), ist irgendwann auch nur noch nervend. Ich habe mich auch gefragt warum plötzlich in einer Szene Splitscreen verwendet wird und dann nie wieder.
Dafür schafft es die Musik teilweise eine Dramatik aufkommen zulassen, die eigentlich gar nicht vorhanden ist. Zumindest ein kleines Lob für den Ehemaligen PM Entertainment Stammkomponisten Louis Febré.

Fazit: Leider sehr enttäuschender B-Actioner, der sich in eine Reihe mit Van Dammes „Derailed“ oder Seagals „Out For A Kill“ von "Millennium Films" stellen kann. Auch wenn „Unstoppable“ etwas besser als die beiden genannten ist, eine Empfehlung kann man hier nicht aussprechen.

3/10

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