Es ist nichts Neues, dass ehemalige Filmstars in die Abgründe der DTV-Produktionen absteigen bzw. abgestiegen sind (Seagal und van Damme), auch Wesley Snipes gesellte sich noch im selben Jahr, in dem Blade: Trinity abgedreht wurde, dazu. Gerade bei Snipes hätte dieser Abstieg nun wirklich nicht sein müssen. Bei unserm "Moppelchen" war das absehbar, und auch bei van Damme konnte man schon früh Derartiges erahnen (The Order und Derailed).
Den Plot von Unstoppable finde ich an sich nicht schlecht, allerdings hapert es bei der Ausführung an allen Ecken und Enden. Nicht nur, dass sich in der Story schon früh Verwirrungen und Unstimmigkeiten einschleichen, nein, sie wird auch ziemlich schnell zu Ende geführt - frei nach dem Motto "beenden wir das Ganze lieber schnellstmöglich". Wesley Snipes bekommt zudem, obwohl er der Hauptakteur ist, viel zu wenig "sinnvolle" Screentime, denn viel muss er nicht tun, außer ein wenig durch die Gegend zu rennen, verwirrt dreinzublicken und ein paar wenige Kicks zu verteilen - das war's schon! Das ist wirklich sehr ärgerlich, denn gerade die Kampfszenen haben seine älteren Filme ausgezeichnet - und im Falle von Unstoppable hat man einen der Helden aus meiner Kindheit unnötig verfeuert.
Für einen echten Actionfilm hat dieser Streifen eindeutig zu wenig Explosives und Bleihaltiges zu bieten. Und für einen Thriller, was er gerne wäre, ist nicht genügend Thrill und Spannung vorhanden. Wie gesagt, die Storyansätze gefallen mir eigentlich ganz gut, aber die Ausführung lässt schon stark zu wünschen übrig. Wenigstens hält der Film die gesamte Spieldauer über eine recht stimmige Atmosphäre, die natürlich nicht über den Spannungsmangel hinwegtäuschen kann.
Unstoppable war der erste Knick in Snipes' Filmographie und ist aufgrund der lahmarschigen und löchrigen Inszenierung knapp unterm Durchschnitt anzusiedeln. Ihm mangelt es einfach zu sehr an echten Vorkommnissen, Spannung und guten Actionszenen. Die wenigen guten Ansätze können hier leider nichts mehr retten!
4,5/10