Kasursk, 127 Meilen vom Ridja-Graben. Ein leichtes Erdbeben erschüttert die Region. Rachel Stevens, Sicherheitsbeauftragte des örtlichen Atomkraftwerkes, ist in Sorge. Das Kühlsystem der Anlage funktioniert seit dem Beben nicht einwandfrei. Der Kern droht bei starker Belastung zu überhitzen. Als zudem ihr Ex-Mann Josh im Auftrag der amerikanischen Betreibergesellschaft auftaucht, um die Inbetriebnahme voranzutreiben, spitzt sich die Situation zu. Denn Rachels Kinder Dylan & Cherie freuen sich, endlich wieder ihren Dad zu sehen und planen einen Besuch im AKW. Doch ein weiteres, viel schwereres Erdbeben kündigt sich an.
Die fünfteilige Nature Unleashed Reihe hat noch selten durch Megabudgets oder übermäßige Qualität glänzen können, aber was Tibor Takcz aus der Erdbeben Ausgabe der Reihe macht, sprengt mühelos jede selbst nach oben offene Klischeeskala. Mal wieder ist ein AKW von Beben betroffen und weil den Amis ja so etwas schlimmes grundsätzlich nicht passiert, müssen die Russen mal wieder als Doofies herhalten (Tschernobyl läßt dabei heftig grüßen). Diese sind nämlich so stromgeil, das sie das neue Kernkraftwerk, trotz defekter Kühlung ans Netz nehmen und ein US-Profi zur Rettung eingeflogen werden muß.
Damit könnte man notgedrungen ja noch einigermaßen leben, aber die Macher bedienen sich des uralten und von mir herzhaft verhaßten Plots der Welt um noch ein Tacken mehr an Emotion und Dramatik reinzuflechten. Überraschenderweise sind die beiden entscheidenden Leute ehemalige Verheiratet die sich anfangs nicht recht leiden können, aber logischerweise am Ende wieder zueinander finden (gähn), dazu kommen die gemeinsamen Kinder. Sohn nervt mit dem Wunsch nach Motorrad, mit dem er später natürlich entscheidend eingreift (doppel-gähn), während die Tochter auf Goth Girl macht, sich in Raven umbenennt, aber später ganz brav die Lehrerin in der U-Bahn zu retten versucht (gähn³). Das alles ist dermaßen kitschig und zuckrig präsentiert, das man sich in der hinterletzten Soap stellenweise wähnt.
Geringe Halbwertzeiten hinterläßt dann auch die Action, die spärlichen Effekte sehen zwar gar nicht mal so übel aus, aber der Großteil der Story spielt im Studio, sprich in den Inneräumen des Waggons oder des Kernkraftwerkes. Alles läuft stets nach Schema F ab, ohne einen Funken von Innovation. Da passen auch die ziemlich farblosen Darsteller perfekt in diese Reihe. Mehr als öde fällt mir da einfach nicht mehr ein, Punkte gibts lediglich für die spärlichen optischen Werte.
3/10