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Der gutmütige Pfarrer Braun ist ja bereit, sich an vieles zu gewöhnen: eine Gemeinde etwa, in der er sich das Pfarrhaus mit dem evangelischen Pastor Happe teilen muss, der von der Idee der Ökumene geradezu besessen ist. Auch ein vom Bischof verordnetes Gelübde, das ihm jede Form des "Kriminalisierens" verbietet, kann Braun akzeptieren. Aber wenn es ums Essen geht, hört bei dem beleibten Gottesdiener der Spaß auf.

Ottfried Fischer ist für zwei Krimireihen bekannt, neben den zahlreichen Abenteuern des Pfarrer Braun gibt es natürlich auch noch den Bullen von Tölz. Obwohl ich jetzt nicht der bsolute Fachmann bin, aber beide Charaktere sind eigentlich identisch. Fischer gibt das bayrische Urgestein mit dem wachen Verstand, das ein wenig an Peter Ustinov´s Hercule Poiret erinnert. Das liegt nicht nur an der Leibesfülle, sondern auch das große Zusammenrufen der Verdächtigen zum Ende sieht stark nach Agatha Christie aus.
Hier geht es um einen 600 Jahre alten Fluch den eine verärgerte Pröpstin einst ausgesprochen hat, deren Sarkophag erst kürzlich entdeckt wurde. Tollpatschig wie Braun nun mal sein kann stürzt er beim untersuchen der lateinischen Sarginschrift und pulverisiert das Skelett durch schiere Masse. Als kurze Zeit später der Hund des Restaurators sowie dieser selbst mysteriöse Tode sterben, geht schnell die Angst vor weiteren Fluchopfern um. Klar das die Aufklärung sich am Ende als höchst irdischen Ursprung entpuppt.
Bis dahin holzt sich Braun durch seine gewohnt steife Art durch die Story, muß durch sein Gewicht sogar Stützstrümpfe kaufen und strenge Diät halten, was natürlich hinten und vorne nicht funktioniert. Fischer ist nun wirklich nicht der tollste Schauspieler, sondern lebt von seiner Knuffigkeit als Schnüffler Gottes. Mit Katja Flint, Cosma Shiva Hagen und Hannes Jaenicke ist der Cast dennoch sehr gut ausgefallen. Tempo oder Action darf man natürlich nicht erwarten, been alles gleich wie beim ewigenTölzer Bullen.
Als gemütlicher Provinzkrimi lassen sich die Braun´schen Ermittlungen zwar durchgehen, aber von Spannung und Thrill zu reden paßt nicht. Alles ist reichlich brav und bieder und der Humor, spziell bei den diversen Diäten, spricht doch eher älteres Publikum an. Immerhin ist der Täter doch einigermaßen überraschend, auch wenn das Motiv doch arg über fünf Ecken und haufenweise Zufälligkeiten seitens der Beziehungen untereinander des Täterkreis herbeigeführt wird. Mehr als ganz nett springt aber insgesamt nicht heraus.
5/10

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