Review

Kommissar Rizzo [ Bud Spencer ] hat mit einem neuen Drogenboss in Neapel zu tun; dem Don Pastrone. Als er ihn „zur Rede stellen will“, findet er ihn tot vor und gerät dementsprechend in den Verdacht, etwas damit zu tun zu haben. Gleichzeitig wird ihm der von den Amerikanern geschasste Drogenhändler Frank Barella [ Al Lettieri ] ebenso vor die Nase plaziert wie Sam Accardo [ Robert Webber ], Leiter des Narkoticbüros in Washington. Rizzo ahnt, dass ein Spitzel in seiner Abteilung sein muss und verfolgt die Spur über Bangkok, Hongkong und Macau...

Die unvermeidliche Fortsetzung.
Diesmal inhaltlich öfters mal ein grosses und dafür auch viel zu langes Nichts; dass gleich vorn vorneweg eine andere Marschrichtung zeichnet. Es wird nicht mehr auf einer auch etwas tieferen Ebene kommentiert und das Ausgangsziel des Erstlings dann auch spätestens bei dem Ausflug in die Exotik komplett hinter sich gelassen.
Dramaturgische Stellen sind dann auch nicht mehr vorhanden, also kann man da auch nichts varriieren; allerdings behält man zumindest im Figurenschema noch einige etablierte Personen und Motive bei, um den Vorgänger nicht ganz abzuhängen. So bekommen Caputo, Tom Ferramenti und Gennarino als Verweischaraktere wieder genau die gleiche Aufmerksamkeit zugesprochen. Was zugegeben nicht gerade viel ist; aber in der Not...

Dafür wird das alte Drogenproblem mit neuen Konstellationen ersetzt; ein internationaler Blickwinkel nicht nur geographisch sondern auch von den Subjekten her. Die Amerikaner spielen jetzt in der Rauschgiftangelegenheit ebenso mit wie die Asiaten; keine örtliche Camorra mehr am Drücker, so kann man das Problem der zu nahen Realität auch umgehen. Auch der Rest hat keine wirklich ernsten Hintergründe und wandelt sich rein zur konventionellen Actionkomödie um; auch hier einige Tote, aber zumeist hübsch harmlos.
Dagegen ist prinzipiell nichts zu sagen. Wenn es nicht auf Dauer etwas langweilig werden würde; das substanzlose Katz – und Mausspiel ist nicht clever, sondern heizt nur milde die Besichtigungstour auf. Sicherlich soll man hinterher nicht darüber nachdenken, was gerade los war. Aber ausser den lokalen Schauwerten und einigen Schlägereien passiert zwischendurch so rein gar nichts, da hätte man auch vieles im Schneideraum belassen können. Ein hochwertiges Skript ist zumindest im Zwischenteil etwas anderes und 110 min für einen Spencer – Film doch eine zu gutmütig veranschlagte Laufzeit; dementsprechend zieht es sich dann eben doch.
Der Hauptdarsteller selber hat hier gar keine Ecken und Kanten mehr, sondern ist einfach die fast immer gutmütige Wuchtbrumme. Zum besseren Kontrast – die Familie wird auch ausgeblendet - werden ihm zwischendurch verschiedene Sidekicks als kleiner Gag-Nebenstrang zur Seite gestellt; da versucht man wohl über die Interaktionen etwas Pepp hinein zu bringen.

In Neapel ist dafür Caputo zuständig, der hier zum besseren Humorverständnis auch gleich in Frauenkleider geschlüpft die blonde Hure geben muss. In Bangkok stellt man ihm für paar Minuten einen Lettieri – lookalike zur Seite, der für die kurze Zeit sofort sein bester Freund und treuer Helfer wird; und dann ist ja noch der kleine Waisenjunge Yoko. [ Das Bambino – Konzept wird später noch auf die Spitze getrieben ].
Als running gag und ebenfalls missing link zum Epigonen sind die drei schlagfertigen Matrosen auch wieder an Bord; die Prügeleien sind dann auch vermehrt an der Zahl, zudem nicht viel weniger schlagkräftig als noch 1 Jahr zuvor. Dafür werden sowohl die Auto – Action gekürzt als auch generell die Stunts vermindert und bei den Asiaten selber hat man sich auch nicht so richtig bedient. Weder bei der Choreographie noch deren Schauspielern; als einzig Namhafte darf Nancy Sit Kar-yin [ Hapkido, Action Tae Kwon Do, Awaken Punch ] mal durchs Bild huschen.

Da man sich um die eigentliche Brisanz des Themas ganz herumgedrückt, ist das Ziel einer leichten Unterhaltung dabei dann schon wieder ohne Zweifel erreicht; kann man sich ganz entspannt und ohne Bedenken dem Frohsinn hingeben.
Aber wenn allein die Verlagerung der Handlung den grössten Reiz ausmacht, ist das selbst für das Subgenre etwas wenig. Oder wäre mehr zuviel verlangt ? Bin nicht sicher.

Details
Ähnliche Filme