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In „Sie nannten ihn Mücke“ walzt Bud Spencer ohne seinen Kumpel Terence Hill durch den Film, doch amüsant ist das Ergebnis trotzdem.
Fischer Mücke (Bud Spencer) ist momentan gar nicht gut auf die in seinem Heimatdorf stationierten amerikanischen Soldaten zu sprechen: Die machen nicht nur Randale in der Lieblingskneipe und prügeln sich andauernd mit der Dorfjugend, sondern ein U-Boot beschädigt auch noch sein Schiff schwer. Dann bietet sich die Chance zur Revanche als er die Dorfjugend für ein Footballmatch gegen die Amis trainieren soll…
Ein komplexer Film ist „Sie nannten ihn Mücke“ wahrhaftig nicht, denn die dünne Story dient lediglich als Aufhänger für Gags und Prügeleinlagen. Mückes Dilemma, dass er das Footballspielen an sich aufgegeben hat, bleibt genauso Randerscheinung wie die Probleme der Jugendlichen, die teilweise kriminelle sind, aber das interessiert Regisseur Michele Lupo gar nicht, denn er möchte vor allem eines: Unterhalten.

In der Hinsicht funktioniert der Film auch tadellos, denn die Gags sitzen trotz aller Flachheit ziemlich gut. Denn anspruchsvoll ist es sicherlich nicht, wenn Mücke durch ein verblättertes Rezeptbuch die seltsamste Paella aller Zeiten kocht oder die Tür so kräftig zuknallt, dass sie aus der Wand fällt. Doch das Timing stimmt und die deutsche Synchro (mal wieder von Rainer Brandt) macht auch sichtlich Laune, da die Sprüche mal wieder herrlich schräg sind (u.a. wird auch auf den Terence Hill Film „Nobody ist der Größte“ angespielt).
Im Gegensatz zu den meisten amerikanischen und asiatischen Prügelfilmen liegt der Fokus bei den Italokloppern auf Witz und nicht unbedingt auf möglichst akrobatischen Aktionen. So prügelt sich Bud Spencer (neben Terence Hill ja das Aushängeschild dieser Art von Film) wenig beweglich, aber wie der Fels durch den Streifen. Der Slapstick in den Prügeleien stimmt, die Choreographie hat ein paar nette Ideen (z.B. wenn zwei Gegner sich gegenseitig mit Holzbänken ausknocken, als sich Mücke im rechten Augenblick duckt) und es mit gibt ordentlicher Häufigkeit was auf die Fresse, sodass man nicht motzen kann.
Großartige Mimik erwartet man bei dieser Art von Film auch nicht, aber die Darsteller passen zum Niveau des Streifens. Allerdings bleibt eh nur Bud Spencer im Gedächtnis, während der Rest friedfertig-unscheinbar seinen Job macht ohne groß aufzufallen.

„Sie nannten ihn Mücke“ hat mich gut unterhalten, doch ich bleibe weiterhin Fan des amerikanischen Prügelfilms Marke „Excessiv Force“ oder „Back in Action“, da mir das komödiantische Slapstickgekloppe weniger liegt. Doch flotte Unterhaltung mit zahlreichen Kloppereien und derbem Slapstick kann „Sie nannten ihn Mücke“ dennoch attestieren.

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