Wenn man den Titel liest, assoziiert man ihn natürlich sofort mit "American History X" oder "Romper Stomper". Kleine Perlen wie beispielsweise "Inside a Skinhead - The Believer" fallen merkwürdigerweise recht oft durchs Raster. Hier haben wir nun "Skinheads" vorliegend. Einen Film, den anscheinend kaum einer zu kennen vermag.
Optisch ziemlich stark an "Romper Stomper" erinnernd, fegt sich "Skinheads" durch die Berge Kaliforniens. Doch hier kommen die Skins weniger charismatisch weg, als in "American History X" oder den anderen beiden erwähnten Filmen. Auch hat man hier keinen Russell Crowe oder Edward Norton verpflichtet. Die Skins sind allesamt debiler Abschaum. Natürlich ist dessen Anführer Damon (Brian Brophy, "The Shawshank Redemption", "Armageddon") ein mit Mein-Kampf-Zitate um sich schmeißender Faschist. Seine Horde besteht komplett aus Schwachsinnigen. Doch gerade das macht sie so gefährlich.
Waren es in Genreähnlichen Filmen eher Gewaltausbrüche die sich auf Klopperein begrenzten, so greifen diese Burschen zu Messer und Pistole. Ein blutiger, leichenreicher faden zieht sich hinter den Nazis her. Schon etwas gewöhnungsbedürftig.
Doch ein Drama sollte man hier nicht erwarten. Die Geschichte eskaliert, als die Fascho-Truppe in einem kleinen Diner in den Bergen reinspaziert. Dort sitzen in geselliger Runde drei Collegeboys und zwei nette Girls. Einer der Jungs ist ein schwarzer Hüne, der natürlich sofort den Unmut der Gang auf sich zieht. Das ganze soll dann draußen in einer Schlägerei zwischen dem Schwarzen und dem größten und dümmsten Skin ausgetragen werden. Infolgedessen gibt es 4 Tote zu beklagen. Allesamt auf Seiten der "Guten".
Nun entwickelt sich der Film zu einer Hetzjagd. Die Skins jagen eine junge Frau und einen der Boys durch die Wälder. Unterschlupf finden sie bei einem alten Mann (Chuck Connors, "Jahr 2020", "Tourist Trap"). Jener war der Mann der Dinerchefin, die auch den Skins zum Opfer fiel. Mit Schrotflinte und Bärenfalle bewaffnet stellen sich die drei zum Kampf.
Der große Wurf ist der Streifen sicher nicht, aber ne durchaus spannende Unterhaltung. Regisseur Greydon Clark ("House of Pain"), bedient sich einfachsten Strickmustern. Das nahezu jeder die Nazis als Feindbild sieht ist logisch. Somit hat man auch absolut kein Mitleid mit dem Pack. Der Survival-Touch tut unglaublich gut, die Atmosphäre ist ordentlich. Nett getimete Action-Sequenzen und ein durchaus überraschender Härtegrad (FSK 16) schlagen positiv auf. Der Score ist in Ordnung. Als Soundtrack dienen nicht selten schlechte Faschosongs.
Die Darsteller machen ihre Sache passabel. Sicherlich keine Preisverdächtigen Performances, aber immerhin knapp über dem Durchschnitt. Das hab ich auch schon anders gesehen.
Die deutsche DVD ist natürlich nicht in HD-Qualität. Tonschwankungen sind nicht selten, auch das Bild ist auf VHS Niveau. Dennoch ist die DVD ihr Geld wert. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, das hier irgendwann mal eine qualitativ hochwertigere BluRay im Laden steht.
Fazit
Ein Skinheadfilm, der mal anders ist, als alle anderen. Hier wird mal nicht versucht den Neo-Nazi mittels dramaturgischer Elemente dem Zuschauer näher zu bringen. Hier sind sie Bestien, was sie im realen Leben auch sind. Faschisten ohne Verstand die mit Gewalt alles erzwingen wollen. Dafür ein Lob!
6/10