Skinheads im Unterholz!
Ein weiterer Film, der sich diese rasierten, rechtsradikalen Rabauken als Würze für seine dramatische Actiongeschichte auserkor'!
Leider auch ein weiterer Film, der diese Thematik nicht sonderlich differenziert, realistisch oder seriös behandelt, sondern eher leicht exploitativen Trash zusammenhäkelt.
Bisher recht unbekannt, ist der Streifen inzwischen ja für alle Interessierten als deutsche DVD erhältlich - im Grunde aber für'n Arsch, da man die Qualität des Bildes und des deutschen Tons schon als Frechheit bezeichnen könnte.
Nun, eine wirkliche Handlung wird nicht geboten: eine Gruppe Skinheads (also was die Macher des Films halt dafür hielten) überfällt 'nen Tante-Emma-Laden, tötet 'nen Schwarzen, flieht in die Berge, tötet noch mehr Leute und verfolgt schließlich die letzten Zeugen durch den Tannenforst!
Ja, genau so machen das Skinheads ja auch. Diese Monster! Man könnte es schon erahnen: Selten wurden "Die Nazis" mal wieder sowas von schwachsinnig, unrealistisch, unglaubwürdig und lächerlich dargestellt. Ich habe so ziemlich jeden Film mit dieser oder ähnlicher Figurenstellung gesehen; näher am Trash ist eigentlich nur Kombat 16.
Die Skinheads hier sind ja keine wirklichen Charaktere, die Figuren sind einfach comichaft überzeichnet und agieren so absurd lachhaft - da versteht auch der letzte Trottel, wer denn die "Bösen" sind... aua aua! Mit am schönsten der Van unserer Vandalen: Neben dem rechtsdrehenden Hakenkreuz findet sich da auch ein nach links gerichtetes, zumal zwei Anarchy "A"! Hervorragend durchdacht. Natürlich sind die Glatzköpfe (von denen die meisten recht viel Haare besitzen) völligste Volldulleks, nahe am debilen Mongo mit Dauerhirnbrand. Nur der Oberskin läßt klischeegerecht etwas Hirnmasse erahnen. Und der Darsteller desselben ist auch der einzige im Film, der was auf der Pfanne hat (ok, außer Opa Connors am Schluß).
Müßig zu erwähnen, daß hier natürlich keine Motivation, kein politisches Weltbild oder sonstiges Geistiges bei einem der Skinheads etabliert wird. Somit sind die brutalen Buben nur mal wieder ein Verkaufsargument! Sie könnten im Film genausogut Crackdealer, Frauenhändler oder Scientology-Freaks sein.
Wenigstens bietet diese Skinploitation auch einige Schauwerte. Unfreiwillig erheiternd sind dabei die Faustkämpfe; erfreulich aber der Härtegrad insgesamt: blutige Einschüsse, Bärenfalle und Kreuzigung seien hier genannt.
Fazit: absolut nicht ernstzunehmender Trash-Reißer für einen schäbigen, schadenfreudigen Popcornabend. Für anspruchsvolle Filmfreunde sowie politisch Interessierte absolut ungeeignet. 5/10
MovieMadness