Kleiner, aber durchaus angenehm unterhaltsamer B – Actionfilm aus den frühen 90ern, der in seiner bunten Mischung als gewisses Kontrastprogramm zum aufgemotzten Heroic Trio [ 1993 ] herhalten kann, einige Elemente vorwegnimmt und dabei gar nicht so übel abschliesst. Sicherlich stellt er von der formalen Seite her keinerlei Konkurrenz dar, aber kann in seiner Einfachheit und Direktheit durchaus einige Punkte gutmachen. Zumal der Film in seiner eher dreckigen Hinterhof – Welt griffiger erscheint als das grossbudgetierte, hochglanzpolierte Manga – Universum des anderen Werkes.
Die drei maskierten Kämpferinnen für die Gerechtigkeit sind hierbei Schwestern und eigentlich für die Polizei tätig, dabei bereitet ihnen der kriminelle Bull [ Melvin Wong ] die grössten Probleme. Als bei einer schiefgegangen Drogenrazzia ausgerechnet Tak [ Mark Cheng ], der Freund von Ying [ Yukari Oshima ] ums Leben kommt, schlüpft ihre jüngste Schwester Joe [ May Law ] das erste Mal in die Rolle der legendären „Cotton Flower“ und bereitet den Gangster das Fürchten. Aber auch die Polizei ist hinter ihrer Identität her. Da taucht Tak wieder auf, der sich undercover an Bull gehängt hat.
Die knapp 85min Laufzeit sind stramm ausgefüllt und wechseln dann auch schon mal in flinker Reihenfolge Genre und Stimmung, ohne jedoch ganz in überbordendes Kuddelmuddel auszuarten. Sicherlich ist die Richtung des Filmes später mit einigen Schabernack und soweit durchaus gelungenen Humorversuchen angereichert, ein anstrengendes Kasperletheater wie z.b. in Big Deal [ 1992 ] findet nicht statt, ganz im Gegenteil. Die recht gute Eingliederung eines humoristischen Tons in die sonst relativ harte Geschichte sorgt für Abwechslung zu reinen Kloppern: Zwei grantelnde Opas wie aus der Muppets Show in Verbindung mit einem strikten Cop Actioner sieht man nicht alle Tage. Für eine reine Comedy sind sowohl die zahlenmässig hohe Action als auch deren gewalttätige Umsetzung ungewohnt und erfrischend. Dabei erschafft man zwar keine filmischen Wunder und die Inszenierung von Chik Ki Yee ist auch rein auf eine stramme Fortführung bedacht, aber das Ergebnis kann sich im Umkreis von B – Produktionen durchaus sehen lassen.
Storymässig konzentriert man sich abwechselnd auf jede der unterschiedlichen Schwestern, die weitere Personenkonstellation ist darum aufgebaut und trotz einer recht hohen Beteiligung an Mitspielern auch übersichtlich gehalten. Eine wirkliche Charakterzeichnung findet der Einfachheit halber nicht statt, wäre aber auch unangemessen, so realistisch ist das Szenario nicht. Über mehr als reine Abziehfiguren kommt man trotzdem hinaus, wenn auch manchmal mit dem Holzhammer.
Die erste Motivation für Joe, sich als Beschützerin von Armen und Schwachen aufzuspielen, wird dann auch schon praktisch mehr als provoziert; der die Strafe herausfordernde Übeltäter hat nacheinander:
- eine Frau im Bus begrapscht und danach als „Hure“ beschimpft
- einem Fahrgast in den Mund gespuckt, seiner schwangeren Frau das Essen weggenommen
- sie geschlagen und an den Haaren zur Arbeit schleifen wollen und
- die Zeche geprellt.
Weitaus genug Gründe also, ihm mal schlagkräftig die Meinung zu geigen; weitere Gauner fallen dadurch auf, dass sie blinden und alten Bettlern das Geld stehlen oder Vergewaltigungen vornehmen wollen. Aber auch hilfreiche Taten wie das Retten eines im unkontrollierten Kinderwagen befindlichen Kleinkindes stehen auf dem Plan; grandios lächerlicher Versuch, eine Zeitlupensequenz ala Untouchables abzuliefern übrigens.
Komplizierter wird die Angelegenheit durch die verschiedenen Polizisten, die hinter der „Cotton Flower“ her sind, Inspector Yau [ Miu Kiu Wai ] hängt sich an die mittlere Schwester Cherry [ Angile Leung ] ran und versucht so, die Tarnung der Maskierten aufzudecken. Der bereits pensionierte Inspector Chau [ Walter Tso ] rollt einen 30 Jahre alten Fall mit „Cotton Flower“ wieder auf und ein junger, übereifriger Cop macht sich ebenfalls an die Suche; was sich dann natürlich derartig auslöst, dass dann schon mal mehrere Parteien in und ums Haus der Schwestern rumschleichen und sich verstecken, Slapstick ist die Folge.
Dabei vergisst man allerdings auch die Action nicht, die sich überraschend knackig präsentiert. Dem Budget angemessen verzichtet man ausser der erwähnten Razzia auf grössere Einlagen und konzentriert sich vermehrt auf rasche und bodenständige Kloppereien; ergänzt wird das Ganze durch einen zeitlupengestärkten Indoor – Shootout, dem Einsatz eines Flammenwerfers und einem koscheren Showdown. Kein Grund zu Klagen also, zumal hier auch einige Leute durchbohrt werden und sich die Sache allgemein durchaus um Leben und Tod dreht; auch wenn Inspector Yau nebenbei den grössten Kartoffelsalat aller Zeiten aufisst.
Wer mit dieser Abmischung keinerlei Probleme hat, bekommt hierbei ein anspruchsloses, aber ganz leckeres Fast Food Gericht serviert.