Almodóvar scheint ja stets eigene Komplexe und Obsessionen zum Stoff seiner Werke zu machen, so auch in "La Mala Educación". Bei dieser Melange aus Schwulendrama und Selbstfindungstrip lässt er neben der aufdringlichen Vergangenheitsbewältigung (die wohl stellvertretend für die seine steht) noch eine Spur von Krimi miteinfließen. Das Ganze wird wieder einmal vertrackt mit verschiedenen Zeit- und Erzählebenen aufgetischt, sodass sich dem Zuschauer nach und nach das puzzle ergibt. Wobei jedoch stets die Figuren mit ihren Ängsten und Nöten im Mittelpunkt stehen und Almodóvar eher weniger auf den großen Paukenschlag oder Clou aus ist. Mit einer gewissen Schwermütigkeit sicher nicht unbedingt jedermanns Fall, doch Almodóvar gehört wohl trotzdem mit zum Besten was aus Spanien anzutreffen ist.