"Na ob das was werden kann?" Eine berechtigte Frage, die immer wieder aufkommt, wenn eine Comic-Adoption fürs Kino angekündigt wird. Und gerade bei Garfield fragte sich ein jeder, ob der unglaublich hohe Charme und die große Sympathie des Faulenzers, auch auf die Leinwand übertragbar ist. Vor allem dann, wenn Garfield und seine Umgebung nicht in gezeichneter Form präsentiert werden, sondern auf computeranimierte (Garfield) bzw. reale (die restliche Umgebung) Art und Weise. Und zudem noch ohne seine beliebte Synchronstimme. Nun ja, unterm Strich ist das Ergebnis dann doch besser als erwartet, aber sowohl vom Comic, als auch von den Zeichentrickfilmen, ist das Ganze meilenweit entfernt.
Die Story zum Garfield-Film ist dabei nicht gerade anspruchsvoll, was aber auch nicht verwundert, da Garfield ja für die ganze Familie bestimmt sein soll. Somit werden wir Zeugen, wie Garfields hündischer Intimsfeind Odie zu Garfields Besitzer Jon Arbuckle kommt, wie Odie wegläuft und entführt wird und wie Garfield alles daran setzt, Odie, den er dann doch irgendwie ins Herz geschlossen hat, zu retten. Alles eben so, wie man es von einem typischen Hollywood-Familienabenteuer erwarten darf. Über ein paar Logiklücken kann man da locker hinwegsehen.
Was einen erst einmal freut ist die Tatsache, dass Garfield doch einigermaßen gut vom Comic in die Filmwelt transportiert wurde. Sprich er ist auch hier ziemlich faul, liebt es den ganzen Tag vor dem Fernseher zu hocken und frisst vorzüglich eine Lasagne nach der anderen. Alles schön so, wie man es aus den Vorlagen kennt. Doch der wichtigste Punkt wurde dabei leider übersehen: Garfields Trägheit. Obwohl der Kater auch hier, wie schon erwähnt, schön faul ist, so wirkt er doch bei weitem nicht so träge und schläfrig, wie in den Vorlagen. Während er in den Comics ja gerade zu nie, freiwillig, das Bett bzw. sein Haus verlässt, so macht er sich hier gleich mal auf eine nervenaufreibende Rettungsaktion nach Odie auf und das in einem mörderischen Tempo. Doch das passt einfach nicht zu ihm. Garfield ist ein ruhiger und gelassener Kater. Er würde z. Bsp. nie irgendwo hinrennen oder sich um jemanden anderes kümmern, selbst wenn es noch so wichtig wäre. Und dadurch büßt Garfield hier doch gehörig von seinem Charme der Vorlage ein.
Zudem sind auch alle anderen Figuren nicht unbedingt gelungen. Vor allem die Verkörperung von Jon Arbuckle durch Breckin Meyer ist nur bedingt passend. Und das er hier sogar eine Freundin findet, ist ebenfalls nicht gerade toll. Jon ist nun einmal der ewige Single, mit nem fettem Kater und das sollte er eigentlich irgendwie auch bleiben.
Na ja, zu lachen gibt es dann aber doch einiges. Auch wenn es nicht zu Garfield passt, so ist seine wilde Suche nach Odie doch recht lustig ausgefallen. Vor allem im Finale, wenn er gleich eine ganze Armee von Hunden, Katzen und anderem Getier auf den "Bösen" des Films, Happy Chapman, hetzt, ist das Lachen, vor allem unter den kleineren Zuschauern, groß. Kinder, die die Vorlage zu Garfield nicht kennen, könnten sich eventuell sogar ganz köstlich amüsieren.
Was die Animation von Garfield angeht, so kann man auch nur Gutes berichten. Die Anpassung der virtuellen Katze auf seine Umgebung, ist wirklich prächtig gelungen. Alle Darsteller, sowohl menschlich- als auch tierisch, agieren mit dem animierten Tier sehr glaubwürdig, sprich so, als wenn er wirklich bei den Dreharbeiten dabei gewesen wäre. Solche perfekte Interaktion sieht man leider nur selten.
Zur restlichen Inszenierung sei gesagt, dass sie sich auf typischen Hollywood-Kiddie-Comedy-Niveau befindet. Knallbunt und mit allerlei Schickimicki ausgefüllt. Die Kulissen sind zwar typisch amerikanisch, wirken aber dennoch ganz vertraut. Die Musikuntermahlung geht so weit in Ordnung.
Und unter Darstellern sei vor allem noch Mega-Schnuckel Jennifer Love Hewitt erwähnt, die, allein durch ihre Präsents, alle schmachtenden Männer-Blicke auf sich zieht. Und das sie obendrauf noch sehr gut schauspielern kann, macht sie, nach wie vor, zu einem absoluten Traum unter den jungen Hollywood-Darstellerin!;) Breckin Meyer macht seine Sache zudem auch ganz annehmbar, doch in die Rolle des Jon passt er, wie schon erwähnt, einfach nicht! Schade!
Ach ja: Und was die Garfield-Synchro angeht, so kann man sich entweder riesig freuen oder mächtig ärgern, je nach dem in welcher Sprache man ihn hört. Während der fette Kater im Original von einem gar prächtigen Bill Murray synchronisiert wurde, so müssen wir uns im Deutschen durch das Nicht-Können eines Thomas Gottschalk quälen. Nicht nur das er mit der vertrauten Synchro-Stimme absolut nichts gemein hat, nein er kriegt es einfach nicht auf die Reihe, Garfield auch nur die geringsten Sympathien zu entlocken. Jemand der gut moderieren kann, muss halt noch lange nicht synchronisieren können (vom schauspielern mal ganz abgesehen;))
Fazit: Einigermaßen gelungene Comic-Adaption, die zwar durchaus mit seinem witzigen, fetten und faulen Kater punkten kann und auch einige nette Gags im petto hat, aber, durch die (zu Garfield) unpassend hohe Geschwindigkeit im zweiten Teil des Films und dessen plötzlichen Drang zur Rettung seines Platzräubers Odies, auch nicht so ganz den Charme und die Sympathien der Comicvorlage erreichen kann. Somit bleibt unterm Strich ein annehmbarer Spaß für die ganze Familie, der aber nur dann wirklich hoch ist, wenn man die Vorlage nicht kennen sollte. Für alle anderen nicht mehr, als ein leicht verdaubarer Comedy-Happen für zwischendurch!
Wertung: 6/10 Punkte