Review

Ohne die bezaubernde Edwige Fenech hätte ich "Mademoiselle Cuisses longues" wohl nicht angefasst. Dabei bin ich luftigen Italo-Sexy-Comedies nicht gerade abgeneigt. Warum man bei solchen Filmen sein Hirn auf Durchzug stellen muss, brauche ich sicherlich niemandem näher zu erläutern.

Ein reicher Industrieller verpestet durch seine Käse-Produktion einen angrenzenden Fluss. Um seinen Fauxpas aus der Welt zu schaffen, versucht er die Gunst eines zukünftigen Ministers zu gewinnen. Der Industrielle und sein trotteliger Assistent Alberitini haben auch ganz schnell den Schwachpunkt dieser wichtigen Persönlichkeit ausgemacht: Er besitzt ein Faible für die gutaussehenden Ehefrauen anderer und verschafft den Männern im Gegenzug gewisse Privilegien. Nun ist die Gefährtin des Industriellen nicht gerade die Schönste und somit wird kurzerhand eine Prostituierte (Fenech) angeheuert, um die Rolle der Ehefrau zu spielen (selbstverständlich ohne die richtige Gattin zu informieren). Der Fenech fällt es jedoch schwer in guter Gesellschaft ihre Sprache zu zügeln. Für weitere Konflikte sorgen dann noch zahlreiche Verwechslungen, seltsame Koinzidenzen und der unerwartete Auftritt des Zuhälters der Fenech.

"Mademoiselle Cuisses Longues" klingt wie ein typischer Italo-Klamauk und hat es dennoch vollbracht mich für neunzig Minuten zu unterhalten. Für Erheiterung sorgen meisten die hervoragenden Wortspiele und Fluchtiraden der Originalfassung, wobei ich als nicht-Italiener relativ wenig verstanden habe. Aus einem mysteriösen Grund konnte mich diese Tatsache jedoch nicht vom Lachen abhalten.
Bei den zahlreichen Zufällen in "Mademoiselle Cuisses Longues" fasst man sich als Zuschauer desötferen an den Kopf und fragt sich, wie gestört der Drehbuchautor gewesen sein muss. Aber gerade diese herrliche Doofheit hat mir bei der Sichtung des Films gut getan, wenn man bedenkt, dass ich kurz zuvor "Ohne Ende" von Kieslowski gesehen hatte. Ich versuche immer das Gleichgewicht zu halten, auf ein anspruchsvolles Werk folgt bei mir meistens kompletter Nonsense, um meine Grundstimmung wieder herzustellen.

Die stark Klischee verhafteten Charaktere passen hervorragend in diesen Film. Generell sehe ich einseitig dargestellte Personen nur im Sinne einer überspitzten Darstellung postiv. Genau dies trifft zu.
Vielleicht hätte ich mir in "Mademoiselle Cuisses Longues" ein paar mehr Nuditäten gewünscht, aber man kann ja nicht alles haben.

Mehr als 6 Punkte kann man für solch ein Kokolores nicht geben.

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