Die Story dieses holländischen Thrillers klingt vielverprechend. Der Anfang ist okay, der Schnitt ist klasse. Aber dann: je länger der Film geht, desto mehr suhlt er sich in abgestandenen Klischees! Vor allem was die Figuren angeht: die Charakterzeichnung (oder wohl eher "-überzeichnung") des Killers mag ja grad noch in Ordnung gehen, aber der "Gute" ist mal wieder ein widerlich arroganter, aufmüpfiger Polizist aus dem Klischee-Baukasten für Thriller (die eigentlich schon seit den 80ern out sind). Einer, der natürlich ständig furchtbar "rebellisch" sein muss, saudumme Macho-Sprüche klopft, und dem man als Zuschauer am liebsten eine in die Fresse hauen würde... Die übrigen Cops sind natürlich alle saublöde (wie könnte es auch anders sein) oder furchtbar böse - oder beides. Das Motiv des Killers ist natürlich auch herzensgut wegen seiner ach so traurigen Kindheit (*würg!*), und die Politiker sind allesamt korrupt. Ich frage mich eigentlich, ob irgendein hohles Klischee ausgelassen wurde... Nein, es wurde keins ausgelassen! (dabei wird genau das doch immer den US-Filmen vorgeworfen...)
Leider aber auch typisch für die meisten Vertreter des "modernen europäischen Films": technisch sehr gut, aber beim Erzählen der Geschichte dilletantisch! Komisch nur, wenn ich mir die Kritiken zu diesem Film anschaue: denn bei einem amerikanischen Film wären die ganzen Schwächen sicherlich angeprangert worden, aber bei einem holländischen Streifen ist´s plötzlich egal... Man will halt nicht "mainstream" sein...