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Die Marsianer greifen an.
Mitten ins US-Paranoia-Invasions-Kino der 50er traf dieser Film Byron Haskins nach einer Vorlage H.G.Wells. Die Invasoren aus dem Weltall, die schon 1938 per Hörspiel durch Orson Welles eine ungeheure Popularität erlangten, fallen in ihren rochenförmigen Raumschiffen samt Todesstrahlen über die Erdbevölkerung her und nichts kann ihnen widerstehen.

Dieser unheimliche effektive kleine Chiller funktioniert deswegen so gut, weil er klein anfängt, um dann immer größere Kreise zu ziehen. Die typisch amerikanische Kleinstadt ist der Ausgangort für die Invasoren, die man durchaus freundlich empfängt, bis das erste Botschaftertrio atomisiert wird. Von da schaltet sich alsbald Armee und Regierung ein und es wird zu größeren Kalibern gegriffen.

Der Film spielt sauber mit der Paranoia-Angst vor dem „Fremden“ und hat einige wirklich gruselige Szenen, in denen die Hauptdarsteller Kontakt mit den unheimlich geformten Fremden haben. Die Kamera nimmt die visuelle Perspektive der Fremden ein und beschränkt sich andersrum auf blitzschnelle Andeutungen, die die Aliens um so schrecklicher wirken lassen.

Gleichzeitig türmt die Welt (natürlich) Waffe auf Waffe, bis selbst die Atombombe leider versagen muß, nachdem das Volk schon auf biblische Art und Weise in die Wüste gezogen ist, was natürlich einen Großstadtexodus bedeutet, der in Chaos und Plünderung endet. (Gewisse Parallelen zu einem fast unbekannten Film namens „Independence Day“ sind übrigens unübersehbar.)

Bemerkenswert sind die Zerstörungsorgien und der mahnende Umgang mit der A-Bombe auf uramerikanischem Boden, spätestens wenn der Held durch die brennende Stadt irrt und in allen Kirchen nach seiner Geliebten sucht, wird es zwingend.

Leider können nach 50 Jahren die Tricks nicht mehr so überzeugen, wie sie es damals vielleicht taten. Die Raumschiffmodelle in den Chaosszenen hängen mehr als überdeutlich an Fäden, auch wenn die Todesstrahlen relativ sauber getrickst sind. Die Stadtmodelle können überzeugen, den Landschaftsmodellen wiederum sieht man deutlich ihren Ursprung an, was die Illusion leider Gottes etwas zerstört. Immerhin kriegt man eine Zerstörungsorgie von beachtlichem Ausmaß zu sehen.

Insgesamt einer der besseren Invasorenfilme der 50er mit einer schönen Pointe, wenn auch nicht absolute Spitzenklasse. Immerhin kein offensichtlicher Murks, soweit saubere Arbeit. (7/10)

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