"Erst wenn die Erde von anderen Planeten aus dem Weltenraum bedroht wird, einigen sich die Völker, um sich gemeinsam gegen den neuen Gegner zu verteidigen."
In der Nähe einer kalifornischen Kleinstadt trifft ein meteorähnliches Objekt den Erdboden. Vor Ort hält der sich im Urlaub befindende Dr. Clayton Forrester (Gene Barry) das Objekt für zu leicht für einen Meteor, da es einen größeren Krater hätte hinterlassen müssen. Da der walfischgroße Steinklotz noch zu heiß für weitere Untersuchungen ist, beschließen er und die Ortsansässigen das Objekt nach der Abkühlzeit am nächsten morgen zu untersuchen. Derzeit kommt er bei der attraktiven Sylvia van Buren (Ann Robinson) unter.
Bei einer nächtlichen Feier fällt die Elektrizität aus. Durch die Anzeige eines Kompass vermutet Forrester die Ursache bei dem Meteor. An diesem hat sich mittlerweile ein Stück gelöst und aus dem Innenraum trat ein grün blinkendes Raumschiff hervor, welches die vor Ort befindenden Wachposten zu Asche verbrannt hat. Auch Clayton und Sylvia werden von dem Raumschiff angegriffen, können aber vorübergehend fliehen, während das Militär die Umgebung abschottet. Da rund um die Erde immer mehr Meteore beobachtet werden, steht schnell fest, dass es sich um eine Invasion von Außerirdischen handeln muss.
Bereits 1898 schrieb H.G. Wells den Roman War of the Worlds, der als Satire zur damaligen Kolonialpolitik der Briten gedacht war. Größere Aufmerksamkeit erlangte die Geschichte das erste Mal 1938, als Orson Welles die Geschichte in eine fiktive Reportage wandelte, die von einem hohen Teil der Zuhörer als reale Bedrohung wahrgenommen wurde. Bereits für dieses Hörspiel wurde die Geschichte an die amerikanischen Verhältnisse und einen greifbareren Handlungsort angepasst.
1953 erfolgte die erste Verfilmung, die als Klassiker im Science-Fiction Genre gilt. Diese schweift noch weiter von der Buchvorlage ab und enthält kaum noch satirische Töne. Stattdessen eine paranoide Atmosphäre, die die politischen Verhältnisse nach zwei großen Weltkriegen, Antikommunismus sowie christliche Religion thematisiert.
Für seine Zeit war "Kampf der Welten" ein Meilenstein im Bereich der visualisierten Effekte. Obwohl die Raumschiffe durch technische Einschränkungen nicht als dreifüßige Läufer wie im Roman visualisiert werden konnten, sehen die hier fliegenden Fortbewegungsmittel der Außerirdischen glaubhaft und bedrohlich aus. Allein durch die sichtbaren Seile, welche die fliegenden Objekte halten, können die Effekte Jahrzehnte später aber nur noch müde belächelt werden.
Zeitlos dagegen ist die Darstellung einer unter Beschuss liegenden Stadt. Detailreich ist die Optik durch Brände, verschüttete Straßen und zerstörte Häuser. So wie man es von Kriegsszenarien her kennt.
Durch schnelle Zeit- und Ortssprünge gerät der Erzählstil ein wenig holprig. Ohnehin dauert es eine Weile, bis "Kampf der Welten" sein Endzeitszenario voll ausspielt. Bis dahin ziehen blasse Figuren und deren überschaubare Interaktionen den Film unnötig in die Länge. Ebenso die reichlich naive Weltendarstellung.
Interessant wird es, wenn das Militär zum Zuge kommt. Ihr erfolgloser Kampf gegen den übermächtigen Feind bringt verzweifelte Stimmungen in das realistische Szenario.
"Kampf der Welten" geht subtil vor und zeigt die eigentlichen Aliens nur sehr kurz und sparsam. Einen Großteil der Geschichte verschlingt die Vorgehensweise des Militärs. Erst gegen Ende verfolgt die Handlung wieder alleinig die Hauptpersonen des Films und verstrickt sich in religiösen Botschaften.
Gene Barry ("Treffpunkt Hongkong") und Ann Robinson spielen ihre Rollen ordentlich, so wie auch die meisten weiteren Darsteller. Höchstleistungen sind allerdings keine zu sehen.
Heute erheitert "Kampf der Welten" natürlich nicht zuletzt aufgrund seiner bedingungslos offenen wissenschaftlichen Naivität. Zumindest die Zerstörung ganzer Häuserschluchten ist noch ansehlich, sämtliche weiteren technischen Tricks sind allerdings schnell als Gemälde identifizierbar oder durch sichtbare Hilfsmittel immens angestaubt. Das realistische Szenario bleibt unangetastet glaubhaft, es dauert aber eine ganze Weile bis sich die hoffnungslose Atmosphäre ausbreitet. Bis dahin zieht sich der Klassiker durch eindimensionale Figuren und Klischees in die Länge.
6 / 10