Eine bunt zusammengewürfelte Truppe von "angesehenen Persönlichkeiten" unternimmt einen Yachtausflug, um den drögen Alltag mal hinter sich zu lassen. Ein Industrieller, eine Sängerin, ein Psychologieprofessor mit seiner Assistentin, ein Schriftsteller und ein Skipper samt Bootsmann. Doch was als beschwingte Tor mit Gesangseinlagen und angieren der Sängerin beginnt, wird schon bald durch ein plötzliches Unwetter unangenehm gestört. Die Gruppe strandet auf einer abgelegenen Insel, die nicht wirklich heimelig zu sein scheint. Bald schon stoßen sie auf ein Schiffswrack. Offenbar ein Forschungsschiff, das die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung untersuchen sollte. An Bord finden sie eine Kiste mit der Aufschrift "Matango", in der sich ein beachtlich großer Pilz befindet. Und diese Pilze, das finden sie nur allzu bald heraus, sprießen auf der Insel wie Unkraut. Sie haben eine haluzinogene Wirkung auf die, die sie verzehren. Und sie machen süchtig. Zudem verändern sie das Erscheinungsbild der Konsumenten sehr zu deren Nachteil.
Nahrungsknappheit lässt schon bald den Egoismus der Gestrandeten überbrodeln. Jeder ist sich selbst der nächste. Aggression macht sich breit, selbst vor sexuellen Übergriffen macht man nicht halt. Und als ob das nicht schon reichen würde, machen zu später Stunde schlurfende, nasse Schritte in den Gängen deutlich, dass die Besatzung des Forschungsschiffes mitnichten tot ist...
Ishirô Honda, der "Vater" von Godzilla, der in den 50ern und 60ern eine Vielzahl von phantastischen Filme drehte, lieferte hier einen interessanten Isolationsfilm ab. Eine Gruppe von Menschen, jeder in seinem eigenen Mikrokosmos lebend, in einer Zwangssituation, die den eigenen Selbsterhalt über den der anderen stellt. Figuren, symbolisch für den Wirtschaftsboom der 60er und die Ellenbogengesellschaft, an der hier sichtlich Kritik geübt wird. Die "Monster" stehen hier fast im Hintergrund. Hauptaugenmerk wird hier eher auf die Gruppendynamik gelegt, das hervortreten der animalischen Urinstinkte und des Egoismus. Man hortet Lebensmittel und verkauft sogar gegen (hier nutzloses) Geld. Und spätestens, als einer der Gruppe von Hunger getrieben von den Pilzen isst, eskaliert alles. Man könnte den Pilzen jedoch auch eine gewisse Kritik am Drogenkonsum unterstellen.
Wer sich hier für Kaiju-Eiga interessiert, bekommt einige bekannte Gesichter zu sehen: Akira Kubo (Gamera - Guardian of the Universe, Godzilla vs. Monster Zero, Son Of Godzilla), Kumi Mizuno (Godzilla Against MechaGodzilla, Godzilla: Final Wars, Godzilla vs. Monster Zero), Hiroshi Koizumi (Godzilla Raids Again, Godzilla Against Mothra, Ghidrah, the Three-Headed Monster), Kenji Sahara (Godzilla Against Mothra, Godzilla vs. King Ghidorah, Godzilla vs. Spacegodzilla), Miki Yashiro (Godzilla Against Mothra), Eisei Amamoto (Godzilla vs. The Sea Monster, Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack). Der Film ist fast wie ein Big-G-Klassentreffen.
Punkten kann Matango vor allem durch seine düstere Atmosphäre. Finstere Sets, Nebel, schlurfende Pilz-Mutanten (und das schon vor Romero). Und wenn man bedenkt, dass der Film wegen des damaligen Zeitdrucks schon während der Dreharbeiten geschnitten wurde (er startete 2 Wochen nach Drehschluss schon in den Kinos), dann ist das Ergebnis überraschend solide geworden. Wer auf klassischen Grusel in abgeschiedener Umgebung steht, der macht hier sicherlich nichts falsch.