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Ein Flugzeug mit einer Wasserstoffbombe im Gepäck kollidiert mit einem Bienenschwarm, die Flieger retten sich kurzzeitig in eine Höhle, wo ihnen die Insekten zum Verhängnis werden, das Militär sucht die Waffe, verdächtigt einen Mann des Mordes an den Getöteten und ein Insektenforscher versucht zusammen mit der Freundin des Verdächtigten Licht in das Dunkel zu bringen.

Puh, eine knappe Inhaltsbeschreibung zu "Genocide" zu schreiben, ist garnicht mal so einfach, denn die Handlung ist sehr konfus und sprunghaft. Der deutsche Untertitel "Die Killerbienen greifen an" lässt einen reinen Tierhorrorfilm erwarten, doch die Insekten haben nur zu Beginn beim Angriff auf das Flugzeug und gegen Ende längere Bildschirmpräsenz. Dazwischen beschäftigt sich der Film mit den einzelnen Figuren, ihren Beziehungen zueinander und den Auswirkungen, die der Flugzeugabsturz, die verschwundene Wasserstoffbombe und die Bedrohung durch die Viecher mit sich bringen.
Auf die einzelnen Figuren möchte ich nicht näher eingehen, aber soviel sei gesagt, logische Handlungsweisen liegen ihnen meist fremd und das Motiv der für die Bienenangriffe verantwortlichen Person ist wirr wie die Story, aber gerade daher für Trashfans wie mich ein riesengroßer Spaß. Denn wo bekommt man schon solch wahnsinnigen Unfug wie Bienen, die aus Angst vor Waffen ein Flugzeug zum Absturz bringen oder Bienengift, das die Betroffenen wahnsinnig werden (sehr schön die Szene, in der der schwarze Mann mit der Stimme von Barney Gumble lachend und schießend durch die Gegend hüpft) oder die Welt aus Sicht der Insekten sehen lässt wie es des Insektenforscher im Selbstexperiment am eigenen Leibe erfahren muss. Ganz zu schweigen vom abrupten Ende, welches hilflos und völlig überraschend ausgefallen ist.
Die Darstellungen der Schauspieler sind durchweg überzeugend, wenn man mal vom üblichen Hang der Japaner zum Overacting absieht und mit der weiblichen Hauptfigur (die schwangere Freundin des unter Mordverdacht Stehenden) hat man einen richtigen Augenfang gelandet, der zudem schauspielerisch alle anderen Mimen schlägt, denn ihre Darstellung von Freude, Trauer, Angst und Verzweiflung ist großes Kino.
Bei der Umsetzung der Interaction zwischen Mensch und Insekt hat man auf Schnitttechniken und Überblendungen zurückgegriffen, so dass jene nie zusammen in einem Raum waren, der Eindruck aber erweckt wird. Das sieht zwar niemals wirklich realistisch aus, fügt sich aber nahtlos in das trashige Erscheinungsbild des Filmes. Interessanterweise verstechen die Bienen ihr Gift nicht über einen Stachel, sondern durch Bisse, was man in einigen Nahaufnahmen sehen kann, in denen die Kauwerkzeuge in die Haut zwicken.

Insgesamt ist "Genocide - Die Killerbienen greifen an" ein reichlich obskurer Beitrag zum Tierhorrorgenre, bei dem die Tierchen in den Hintergrund rücken, der Trashfaktor dagegen sehr große Töne spuckt. Gut ist der Film sicherlich nicht, dafür aber sehr kurzweilig und unterhaltsam.

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