Leo ist ein Loser. Er hat einen miesen Job, den er hasst, und eine Freundin, die er nicht liebt, und die jetzt schwanger von ihm ist.
Das schlimmste jedoch: Leo ist sich seiner Scheiß-Situation voll bewusst, weiß jedoch keinen Ausweg und seine Kumpels, mit denen er ständig abhängt und Horrorvideos glotzt, sind ihm da leider auch keine große Hilfe.
Als Leo eines Tages seine Freundin im Affekt schlägt, rückt ihm deren krimineller Zuhälter-Bruder auf den Leib…
Diese Dänen – die ham ja schon den ein oder anderen Hasen ausm Hut gezaubert:
Mit „Nightwatch“ wurde man, soweit ich mich erinnern kann, das erste Mal darauf aufmerksam, dass in diesem Land überhaupt Kamera und Zelluloid existieren,
es folgten „Das Fest“, die Mini-Serie „Hospital der Geister“, „Dänische Delikatessen“ und der allerseits sehr beliebte „In China essen sie Hunde“.
Und fast schien es so, als wäre ein neues Genre geboren, denn die Filme aus dem Land ohne Markenzeichen zeichneten sich allesamt durch eine ganz eigene Ästhetik und einen ganz unkonventionellen, speziellen Humor aus, welche die dänischen Erzeugnisse auf gewisse Weise doch einzigartig machten.
Und in diesem Stile ist auch „Bleeder“ von „Pusher“-Regisseur Refn gehalten, welcher dem Zuschauer (ähnlich wie das hyperrealistische Dealerdrama) seine Geschichte in beinahe pseudo-dokumentarischen oder dogma-ähnlichen Bildern nahe bringt.
Story und Charaktere sind auf den ersten Blick schön unreißerisch, ja fast schon unspektakulär gehalten, bergen aber Abgründe in sich, die tiefer schürfen als jeder Hollyshit-Blockbuster im Stande ist.
Krönung des Ganzen mal wieder Kim Bodnia als Depri-Prolet und „Menschenfeind“. Der Kerl rulet einfach so ziemlich alles weg, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist…
Was bleibt noch zu sagen:
Ja, freilich handelt sich’s bei „Bleeder“ schon um ein sehr sehenswertes Stück Film, unterm Strich hat man aber tatsächlich schon bessere dänische Erzeugnisse erlebt.
Besonders in Punkto drückendes Bauchgefühl und Nachhall hat man in der Tat schon Zwingenderes gesehen.
Aber kein Stress: Ein gut downender Klumpen Spotze und Hass ist „Bleeder“ dann doch auf jeden Fall.
Für alle tristen Christen und Schwarzseher. Und Bodnia-Fans sollten sowieso zugreifen.