Zunächst einmal stellt sich mir die Frage warum Tinto Brass überhaupt einen Film über das Leben des Gaius Caesar Augustus Germanicus gedreht hat. Wer sich mal seine Lebensgeschichte ansieht wird auf wenig interessantes stoßen. Caligula hatte eine unglückliche Kindheit, wurde irgendwann römischer Kaiser, übte eine Gewaltherrschaft aus und wurde schließlich ermordet. Ich komme mir vor wie damals in der Schule wenn der Geschichtslehrer irgendwelches Zeug über Cäsar, Alexander den Großen oder das trojanische Pferd erzählte (gähn...). Der Film ist dementsprechend: "Caligula" ist eine langweilige, über 150 Minuten lange Geschichtsstunde.
Billig ist Tinto Brass Werk mit Sicherheit nicht, schließlich hat er ja 17500000 $ verschlungen und das sieht man auch an den sehr aufwendigen Kulissen und tollen Kostümen die den ganzen Film sehr authentisch wirken lassen (außerdem wollen die ganzen nackten und rumvögelnden Darsteller ja auch bezahlt werden). An sich ist der Film nicht schlecht gemacht.
Das Problem ist das "Caligula" genauso uninteressant ist wie das Leben des echten Caligula. Archäologen und Hardcore Geschichtsfreaks könnten eventuell Gefallen an diesem öden Machwerk finden, alle anderen werden sich spätenstens nach einer halben Stunde zu Tode langweilen, so wie ich.
Ich war nie ein besonders großer Fan von Historienfilmen. "Caligula" ist aber auch gar kein klassischer Historienfilm ala "Gladiator" und obwohl die Musik durchaus aus einem richtigen Monumentalfilm stammen könnte ist "Caligula" vor allem ein Porno. Es gibt einiges an Hardcore und ich glaube ich habe noch nie einen Historienfilm gesehen bei dem so viele mastorbierende Männer in Großaufnahme zu sehen waren.
Eigentlich hätte Tinto Brass ja einfach nur die ein oder andere Orgie oder Hardcore Szene weglassen müssen und "Caligula" wäre keine 2 Stunden mehr lang und dementsprechend nicht ganz so langweilig. Es gibt soviele Szenen die im Grunde überflüssig sind. Man nehme nur die Anfangssequenz bei der 2 Turteltäubchen im knappen weißen Gewand im Gras liegen und sich lieben. Man hat das Gefühl Adam und Eva zuzusehen, was das Ganze aber soll weiß ich nicht. Die Szene hätte man sich schenken können, wie viele in diesem Film.
Ob alles was bei "Caligula" gezeigt wird auch tatsächlich so passiert ist weiß man nicht. Der größte Teil wahrscheinlich schon, doch ich habe die Vermutung das Tinto Brass sich kleinere Dinge dazu gedichtet hat, ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen das der echte Caligula neben einem Pferd in seinem Bett geschlafen hat so wie Malcolm McDowell in der Mitte des Films.
Fazit: Es wird auf blutverschmierte Leichen heruntergepinkelt, ein Mann in der Erde eingebuddelt und ihm mithilfe einer riesigen rotierenden Spezialmaschine der Kopf abgesäbelt, einem anderen Kerl der Penis abgeschnitten und dieser anschließend von einem Hund gefressen und natürlich ohne Ende gevögelt.
Mal ehrlich, was soll man von einem solchen Film halten? Ist er geschmackslos, ekelig oder einfach nur schlecht? Ich weiß es nicht und ich habe ehrlich gesagt auch gar keine Lust mehr mir noch weiter den Kopf über dieses berühmt berüchtigte Machwerk von Tinto Brass zu zerbrechen, eins kann ich aber mit Sicherheit sagen: "Caligula" ist auf jeden Fall kein guter Film.