Review

Hat dieses Ding tatsächlich ein Publikum gefunden?
Diese Monstrosität aus der Schilderung des Lebens eines wahnsinnigen römischen Kaisers und hineinmontierten Orgien, Sexszenen und Geschmacklosigkeiten ist nicht nur dreimal zu lang als er sein dürfte, sondern auch extrem langweilig.

Falls man jetzt nicht explizit auf die geschmacklosen Details steht, die der Film aber auch nur vereinzelt einstreut, muß man sich an Malcolm McDowells durchgeknallte Kaiser-Persiflage halten, der eine wirre Entscheidung nach der anderen trifft, die dann wieder mit Riesenaufwand, aber ohne Interesse zu erwecken, auf die Leinwand gebracht wird.

Schwer zu glauben, daß Leute wie John Gielgud und Peter O'Toole gewußt haben, wie das Endprodukt aussehen würde, als sie ihre Szenen drehten. Immerhin steigen beide schon nach einer guten halben Stunde beide aus dem Film aus, so daß das zu einer One-Man-Show für McDowell gerät, gegen den hier niemand anspielen kann oder darf. Gielgud zieht sich noch am würdevollsten als Nerva aus der Affäre und bringt sich um (was wir Produktion und Regie auch empfehlen könnten), während O'Toole ausschaut wie ein ausgeflippter Leprakranker im Endstadium, da man ihn nur mit Mühe als Caligulas Vorgänger ausmachen kann.

Der Produktionsaufwand ist gewaltig, der betrieben wird, die Arenen prachtvoll, die Sets und Bauten außergewöhnlich, aber was hilft das, wenn eigentlich auf der Leinwand nichts passiert und man nur angeödet von einem Orgienset zum nächsten läuft. Offensichtliche Patzer wie Graffiti-Inschriften in modernen, nicht lateinischen Buchstaben reizen dann zum Lachen, genauso wie McDowells String unter seiner Toga.

Alsbald ersehnt man den grausamen Tod des wahnsinnigen Herrschers am Ende herbei, denn McDowell geht einem nach noch halbwegs brauchbarem Beginn immer stärker auf den Senkel. Und wenn er dann kommt, dann ist das eine echte Erlösung, denn der Film bietet keine Grundlage für den Wahnsinn Caligulas und außer Exzessen will der Film auch gar nichts zeigen.
Nur für ganz Hartgesottene, nie wieder für mich (1/10)

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