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Nach einer wahren Begebenheit: 1972 stürzt ein Flugzeug mit einer südamerikanischen Rugby-Mannschaft über den schneebedeckten Gipfeln der Anden ab. Die Überlebenden sehen sich alsbald mit der eisigen Kälte und dem Hunger konfrontiert, da Lebensmittelvorräte aufgebraucht sind und Rettungskräfte auf sich warten lassen. Aber da gibt es ja noch die Leichen…
Das Martyrium soll mehr als 2 Monate andauern und 29 der 45 Passagiere an Bord des Flugzeugs das Leben kosten.

Regisseur Frank Marshall hält sich weitestgehend an die wahren Begebenheiten nach Erzählungen der Überlebenden. Dies wird durch die 70er Jahre-übliche Mode und Frisuren der Protagonisten unterstützt. Marshall`s Film wirkt durch seine Nüchternheit, Sachlichkeit und intensive (fast schmerzliche) psychologische Glaubwürdigkeit beinahe dokumentarisch. Ohnehin hält sich der Film in Sachen Effekten zurück und widmet sich ganz der Charakterzeichnung der Personen angesichts einer aussichtslos scheinenden Situation. Dies funktioniert weitestgehend, auch wenn die Naturpanoramen den Figuren entgegenwirken. So hat der Film auch keine Stars nötig: einzig Ethan Hawke („Training Day“, 2001) und kurz John Malkovich („Per Anhalter…“, 2005) geben sich hier die Ehre, halten sich aber wiederum wohltuend zurück. Glücklicherweise wird auch auf Pathos gänzlich verzichtet, was den Film noch mehr Nähe zu den Figuren und so Intensität verleiht. Moralische und religiöse Aspekte kommen dabei nicht zu kurz, sondern werden ernst genommen und ebenso thematisiert und diskutiert.

Spannend wie ein Thriller, einfühlsam wie eine Doku und dabei zu allem Überfluss noch psychologisch gllaubwürdig und ohne Pathos: Frank Marshall ist die packende Aufbereitung eines wahren Falls gelungen.

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