"Für all ihre Happy Ends. Die gute Fee."
Oger Shrek und Prinzessin Fiona sind verheiratet. Dies kommt auch den Eltern von Fiona zu Ohren, woraufhin sie sie in ihr Königreich einladen. Allerdings ist dem königlichen Paar nicht bewusst, dass Fiona nicht von Prinz Charming gerettet wurde und nun wie Shrek ein Oger ist. Als Shrek, Fiona und Esel vor Ort eintreffen ist ein Streit vorprogrammiert. Die gute Fee kommt unverhofft und versucht zu schlichten, verfolgt insgeheim aber ihre eigenen Absichten. Zudem heuert Fiona's Vater einen Meuchelmörder an, der sich um Shrek kümmern soll.
"Shrek - Der tollkühne Held" war im Jahre 2001 ein Musterbeispiel für Innovation, die unterhält und belustigt. Publikum und Kritiker waren sich einig und auch an der Kasse stimmte das Ergebnis. Eine Fortsetzung ist in solchen Fällen nur eine Frage der Zeit. Und in diesem Fall kann man von Glück reden, dass das hervorragende Konzept weitergeführt wurde. Somit bleibt "Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück" seinen plappernden, kernigen und persiflierten Märchengestalten treu und fügt sogar einige neue hinzu.
Die Parodiefiguren zur guten Fee, Prinz Charming sowie dem gestiefelten Kater gehören zu den wesentlichen Neuen. Allesamt werden sinnvoll in die erneut lineare Geschichte eingebaut und mehr oder weniger charakterlich aufgebaut. Die bekannten Figuren erfahren im Laufe der Geschichte eine sinnvolle Neuausrichtung, die ordentlich Schwung in die flott erzählte Handlung bringt.
Wie im Vorgänger enthält auch "Shrek 2" eine große Palette aus Wortwitz uind Slapstick. Der Humor ist dabei eher auf ein erwachseneres Publikum ausgerichtet. Kinder werden so einige Anspielungen und manches Vokabular nicht verstehen, worüber aber Erwachsene ausgelassen lachen können.
Bezüge zu Disney-Klassikern, wie "Arielle, die Meerjungfrau" oder "Die Schöne und das Biest" finden sich genauso, wie zu Realfilmen, wie "Der Herr der Ringe"-Reihe, "Spider-Man"-Reihe und "Mission: Impossible"-Reihe. Das Portfolio ist spürbar größer, wodurch der Animationsfilm schon fast ein wenig überladen wirkt. Denn zusätzlich wird alles was an Märchengestalten bekannt ist ordentlich durch den Kakao.
So bleiben dann auch viele Details selbst nach mehrmaliger Sichtung unentdeckt. Beim erreichen der Protagonisten des Königreich von Fiona's Eltern gibt es alleine schon Unmengen an Gebäuden die reale Firmen nachahmen, das Hollywood Wahrzeichen findet sich in veränderter Form wieder und selbst der Autosport ist irgendwie vertreten. Und das betrifft nur eine Sequenz des Films.
Während das Finale actionreich und atmosphärisch zu den Höhepunkten zählt, sind die wenigen restlichen Actionsequenzen arg aufgesetzt, dafür mit eingängigen Songs aus der Popmusik unterlegt. Die musikalische Untermalung ist durchgängig stimmungsvoll.
Animationstechnisch ist "Shrek 2" auf Höhe seiner Zeit. Die Bewegungsabläufe der Figuren und Gesichter sind spektakulär, ebenso die Wassereffekte. Verspielt präsentiert der Film die Haarpracht der Charaktere in Zeitlupe oder beeindruckt mit detailreichen Partikeleffekten. Nur so manche Hintergründe wirken erneut leblos.
"Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück" ist noch ideenreicher und erwachsener was seinen Witz betrifft. Manche Späße sind durchaus mutig aber überschreiten dennoch niemals Grenzen. Erzählerisch ist die Fortsetzung etwas schwächer, dafür ist man bei Kenntnis des Vorgängers schneller im Geschehen eingebunden. Audiovisuell ist der Animationsfilm bis auf ein paar kleinere Mängel berauschend. Es ist selten, dass eine Fortsetzung gegenüber seinem Vorgänger ebenbürtig ist oder ihn sogar ein klein wenig übertrifft.
9 / 10