Review
von Leimbacher-Mario
Die Mutter aller Sexklamotten
Egal ob man ein (nun schon großes) Kind der 90er oder ein Vater der 70er ist (der nun schon aus dem Gröbsten raus ist) - Sexklamotten gab es in jeder Zeit, selbst wenn sie heutzutage durch etliche No-Gos und enorme politische Korrektheit nur noch schwer wirklich bissig und skandalös machbar sind, durch Abgestumpftheit (oder Scheinheiligkeit?) eh kaum noch einen hinter dem Ofen hervorlocken (würden). Doch in den frühen 80ern gab es „Porkys“, der eine ganze Welle an Nackedei-Party-Knutsch-und-Fummelfilmen nach sich zog, die dann neben den Slashern zu diesem Zeitpunkt die Kinosäle der westlichen Welt unsicher machten. Nachmittags „Porkys“, abends „Friday the 13th“ - und der Tag war quasi gerettet, da war alles dabei, was das jugendliche Herz begehrte. Dabei ist „Porkys“ wesentlich besser und noch immer witziger als sein Ruf - und bei weitem nicht so freizügig wie viele seiner völlig hüllenlosen Nachahmer...
Erzählt wird aus den 50ern von einer Gruppe Highschoolern, die nur Brüste, Pussys und Sex im Kopf haben. Und dabei in einen Kleinkrieg mit dem titelgebende Stripclub der Stadt geraten, aus dem sie hochkant herausgeschmissen werden... „Porkys“ punktet mit seinem 50s-Flair (besonders aus der Sicht der 80er und aus heutiger Sicht im Wechselspiel interessant), sympathischen Jungdarstellern und vielen pubertären Witzen, die heutige zwar nur noch Schmunzeln lassen, mit dem richtigen Mindset und aus dem nostalgischen Blickwinkeln aber noch immer zumindest nicht total verpuffen. Selbst wenn auch (oder gerade) hier wieder einige Szenen mit Spannen, Entblößen und Bedrängen Art fragwürdig sind. Aber das muss man halt auch ein wenig mit Abstand und zeitlicher Entschuldigung sehen. Damals ging das noch, damals nahm man das nicht zu ernst - ob das jetzt gut war oder wir uns positiv weiterentwickelt haben, sei jedem selbst überlassen. „Porkys“ jedenfalls zieht Lümmel lang, lässt die junge, hotte Kim Cattrall jaulen wie Lassie und sieht alles andere als billig aus. Auf seine Art eine Legende und ein Vorreiter, das sollte man nicht kleinreden. Das spürt man vom Soundtrack über seine Unbekümmertheit noch immer in jeder Pore.
Fazit: versaut und doch irgendwie charmant, verdreht aber selten boshaft, jugendlich und doch zeitlos - „Porkys“ ist eine der besseren und früheren filmischen Sexkapaden. Zum Schmunzeln und zum Strunzeln. Das Bindeglied zwischen „American Pie“ und „American Graffiti“ - natürlich mit Betonung auf Glied!