Barry ist nicht wie andere Jugendliche in seinem Alter. Er leidet unter Asthma, ist schwach und kränklich und verliert sich ständig in Tagträumen mit seinem großen Idol Chuck Norris. So kommt es schon mal vor, dass er sich während des Turnunterrichts gedanklich in einem gefährlichen Nahkampf mit Ninjas im vietnamesischen Sumpf wiederfindet - Seite an Seite mit seinem großen Vorbild. Seine Klassenkameraden finden dies äußerst lustig und verspotten Barry regelmäßig. Er ist ihr perfektes Opfer. Nur die Lehrerin hat Mitleid mit dem Teenager und stellt ihn ihrem Onkel Mr. Lee vor.
Na dann wollen wir doch gleich mal den Karate Kid Klonomat anwerfen und schauen, ob wir auch alle Klischees eingeflochten haben
1) Außenseiterkind, ist da
2) hänselnde Klassenidioten, ebenso
3) scheinbar unerreichbare Love Interest, jo paßt
4) böser Karatelehrer mit fiesen Schüler, haben wir
5) der weisen Sensei um die Ecke der mit asiatischen Weisheitsplatitüden um sich wirft, check
6) lange Trainingsmontage Marke Zero to Hero, ohne geht's nicht
7) Finalturnier mit Happy End an allen Fronten, ja gibt es
Ja, doch, ich denke da ist alles Wesentliche dabei und das Thema Originalität kann man hier bedenkenlos ad acta legen. Das einzig wesentliche Unterscheidungsmerkmal ist hier in der Tat lediglich Chuck Norris, der ja nach dem Ende von Cannon auch irgendwie sehen muß, wo er bleibt. Seine kurzen Auftritte erinnern aber schlimm an den Forest Warrior. Ab und zu mal reinschauen, weise in die Kamera kucken, philanthropische Nullitäten absondern und am Ende einen ziemlich lahmen Fight zum Besten zu geben, mehr gibt es nicht und mich beschleicht das Gefühl, das er nur dabei ist, weil sonst Brother Aaron den Regieposten nicht bekommen hätte. Eine wirklich engagierte Performance ist jedenfalls klar etwas anderes.
Ganz amüsant sind wenigstens die Tagträumereien, in denen Szenen aus vergangenen Cannon Filmen nachgespielt werden, auch wenn bei dem ganz am Anfang für jeden offensichtlich Stuntmen in den Ninja Kostümen steckten. Ansonsten ist Sidekicks aber eher aus der Schublade von Nachmachern, die die Welt nicht unbedingt braucht.
4/10