Ich muss ja echt als "Spielverderber" gelten, aber glaubt mir, das mache ich nicht absichtlich. Denn auch Bruce Campbells dritter Ausflug ins Reich der Untoten hat mich mehr als gelangweilt. Allerdings war es dann nicht mehr so schlimm wie noch Ausflug Nr. 1 und 2. Ein wenig mehr Coolness, der ein oder andere lockere Sprüche und nicht mehr eine reine Gewaltorgie (gegen die ich prinzipiell gar nichts habe) machen das ganze halbwegs erträglich. Doch den Kultstatus kann ich auch hier nicht nachvollziehen.
Ash ist nach Teil 2 in einen Zeitstrudel geraten und landet irgendwo im Mittelalter und zusammen mit seiner Schrotflinte und Kettensäge soll er auch gleich als Feind und Anhänger von Henry dem Roten getötet werden. Aber besagte Hilfsmittel retten ihn vor dem Tod und steigern sein Ansehen in der Runde. Ein alter Weiser erkennt ihn als Prophezeiten und nun muss sich Ash auf die Suche nach einem wertvollen Buch machen, damit er zurück in seine Zeit kann. Dumm wie er nun mal ist, spricht er die Zauberformel nicht richtig, sodass er, als er das Buch nimmt, die Untoten, diesmal eine ganze Armee, die Armee der Finsternis, heraufbeschwört und nun die Burg von König Arthur beschützen muss...
Praktisch das gleiche wie Teil 1 und 2 nur diesmal im Mittelalter. Aber die Story zählte hier noch nie. Hier standen immer der Humor, der Kultcharakter Ash und die Gewalt im Vordergrund. Gewalt gibt es beim zweiten Aufguss nur noch anfangs als ein Dämon, oder was auch immer das war, zerteilt wird und dieser kurz vorher einen Ritter in eine riesige Blutfontäne verwandelt. Der Splattergehalt hält sich diesmal also in Grenzen, was auch durchaus daran liegt, dass die Untoten diesmal nur noch Überreste von Leichen sind und dementsprechend einige Knochen zu Bruch gehen, aber eben kein Blut mehr vorhanden ist.
Was mich persönlich überrascht hat, und nach den meiner Meinung nach ziemlich miesen ersten Teilen wollte ich ohne Vorurteile an den Film gehen, ist, dass in Bruce Campbell zum Teil die Coolness durchkommt, die ihm schon in den Vorgängern angeschrieben wurde. Der ein oder andere Oneliner war tatsächlich lustig und wenn Ash mit Schrotflinte und Kettensägenarm loslegt war es hier deutlich unterhaltsamer. Allerdings gibt es auch Rückfälle: Das Selbstgespräch, als ihm der Zauberspruch am Friedhof nicht einfällt (ein Wort mit "N"...Nudeln...), ist absolut lächerlich. Dafür ist der trockene Kommentar "Das war das falsche Buch." nachdem dieser als Buch getarnte Staubsauger ihn fast zu einem lebenden Staubkorn gemacht hat sehr spaßig.
Weiter auf der Negativseite stehen die miesen Effekte (habe ich mich beim zweiten Teil schon manchmal gefragt, ob das nicht vielleicht gewollt ist). Den Flugdämon, der Ashs Freundin kidnappt, hätte man vor Jahrzehnten besser hinbekommen. Und auch die Skelette bewegen sich meistens mehr als lachhaft. Aber wie gesagt vielleicht verstehe ich den tiefer gehenden Sinn dahinter auch einfach nicht.
Zum Schluss wird sich praktisch noch die Möglichkeit für eine weitere Fortsetzung, die bis heute (glücklicherweise) ausblieb, gelassen und ich hoffe nun wirklich, dass es gut ist mit Ash und den Untoten. Die wenigen lustigen Oneliner und ein etwas besserer Bruce Campbell bescherten mir immer noch keinen Kultfilm. Trotz der kurzen 85 Minuten war ich besonders anfangs durchgehend gelangweilt und erst in der Schlussschlacht wurde es etwas erträglicher. Aber das Prädikat "sehenswert" ist mir das immer noch nicht wert...