Review

Der dritte Teil der "Evil Dead" Reihe rundet die Serie nicht nur ab, sondern ist meines Erachtens gleichzeitig der beste Teil der Trilogie.
Dabei kommt er ganz ohne die splattrigen Effekte aus, die in den beiden Vorgängern nicht gerade Mangelware waren.
"Armee Der Finsternis" ist ganz klar der trashigste und gleichermaßen witzigste Teil von Sam Raimis Trilogie.
Dabei bleibt vor allem beim Endkampf kein Auge trocken.
Wen die müllige Aufmachung des Kampfes, bei dem der Low-Budget Stil nicht zu übersehen ist, nicht schon zum lachen bringt, der kann spätestens bei den total beknackten, aber passenden, Dialogen seine Emotionen nicht mehr zurückhalten.
Die unpassenden Sprüche, sei es nun ein "Juhuuu" von Seiten der geretteten Ritter, oder ein "ey, wo is' er denn" von den, durch Motionpicturing bewegten, Skeletten, sind eine Dauerbelastung für die Lachmuskulatur der Zuschauer.

Worum es in dem Film geht kann sich ein jeder von vornherein vorstellen. Nämlich darum, dass unser Anti-Held Ash mal wieder wegen seiner Dummheit die ganze Menschheit in Gefahr bringt. Verschlimmert wird deren Situation zusätzlich dadurch, dass er sich, mehr oder weniger, freiwillig dazu entschließt den erwartungsvollen Menschen beizustehen.
Und zu allem Übel vertrauen die ahnungslosen Bewohner mal wieder alle Ash und folgen ihm aus freiem Willen bis in den Tod.
Möglicherweise vertrauen sie auch nur dem alten Sprichwort, dass die Dummen nie aussterben, was in Ash's Fall auch vollkommen zutrifft.
Und da aller guten Dinge drei sind, man mag es kaum glauben, erleben einige von Ash's Anhänger diesmal sogar den Abspann.
Nach gewonnener Schlacht mag man es kaum glauben, dass es Ash tatsächlich geschafft hat die Menschheit vom Chaos zu befreien.
Aber "Evil Dead" wäre kein "Evil Dead" wenn sich zum Ende nicht doch noch einmal alles drehen würde.
So versaut es Ash erneut mit dem richtigen Aufsagen der magischen Worte und wird in beiden Enden nicht gerade vom Resultat erfreut zu sein.
Typischer Trash eben. Genau wie die Story ist die gesamte Machart des Films gestaltet.
Was bei anderen Filmen das Ende bedeuten würde, weil kein Publikum der Welt eine solch schlechte Aufmachung akzeptieren würde, kommt bei "Armee Der Finsternis" unzweifelhaft an.
Genau diese schlecht gemachten Special-Effects verleihen dem Film seinen Witz, denn wo normalerweise ein gebrochenes Rückrad den wenigsten Spaß bereitet, kann man bei "Armee Der Finsternis" nicht oft genug mit ansehen, wie einem Skelett der Gar ausgemacht wird.
Aber auch wenn Ash in der verlassenen Mühle gegen Miniatur-Ashes kämpft, bzw. von diesen die Fresse poliert bekommt, oder wenn sein, schon ohnehin dämliches Gesicht, von dem falschen Necronomicon in die Länge gestreckt wird, bereitet es dem Zuschauer unterhaltsamen Filmstoff, den man sich immer und immer wieder ansehen möchte.

Trotz all des Witzes und der schlechten Aufmachung verliert der Film nie an Coolness. Denn oft genug trifft Ash nicht nur mit seiner Schrotflinte ins Schwarze, sondern auch seine lässigen Sprüche finden immer ihren Zuspruch.
Besonders gegen Ende, wenn Ash auf einem Rolltisch stehend, seine Knarre auf eine Dämonin abfeuert und dabei den Spruch von wegen Kundenbelästigung abzieht wirkt er einerseits cool und witzig.

"Armee Der Finsternis" hat ganz klar eine Wandlung vollzogen und ähnelt dem ersten Teil der Reihe nicht im Geringsten. Einzig die Präsenz von Ash erinnert an den Teil, mit dem alles begann. Splatter-Effekte sucht man vergebens. Auch gibt es im abschließenden Teil der Reihe wenig Platz für gruselige Stellen. Dieser Teil ist nur noch auf Humor ausgelegt und macht damit die gesamte Reihe zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.

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