Review
von Alex Kiensch
Der arme Ash (Bruce Campbell): Sein gnadenloser Kampf mit den Dämonen hatte ihn am Ende von "Tanz der Teufel 2" durch ein magisches Zeitportal ins finstere Mittelalter verfrachtet, wo sich Ritter und Könige mit Dämonen und Monstern herumschlagen müssen. Der dritte Teil nun knüpft an diesen Ausgang (wenn auch erneut mit eigenwilliger Umschreibung einzelner Ereignisse des Vorgängers) an und folgt Ashs Kampf gegen abergläubische Ritter und Horden von Untoten. Um in seine Zeit zurückzukehren, muss er für einen Zauberer das Necronomicon finden, doch als er dieses stiehlt, entfesselt er damit die Armee der Finsternis, die eine Schlacht gegen die Lebenden beginnt, aus der sich auch Ash nicht heraushalten kann.
Mit dem abschließenden Teil seiner Trilogie verlässt Regisseur Sam Raimi endgültig die Pfade des preisgünstigen Splatter-Genres und inszeniert einen rasanten und immer noch trashig anmutenden Mix aus Mittelalter-Abenteuer und Fantasy-Horror, vollgepackt mit Monstern, finsteren Bedrohungen und irrem Humor. Wiederum steigert er den Irrwitz der Handlung im Vergleich zum Vorgänger: So ist ein Höhepunkt etwa Ashs Kampf gegen eine Horde von Miniatur-Klonen, die ihn mit allerlei fiesen Tricks piesacken, oder ein aus ihm selbst hervorbrechender böser Ash, der es ihm ebenfalls nicht leicht macht.
"Armee der Finsternis" zeichnet sich vor allem durch diesen schrägen Humor aus, aber auch durch eine Vielzahl aufwendiger Spezialeffekte. Verfahren wie Stop Motion und Puppentrick wirken zwar etwas altmodisch, machen aber visuell einiges her. Und so gerät der Film zur rasanten Geisterbahnfahrt, die vorrangig in dunklen Bildern und Farben erzählt wird und vollgestopft ist mit lebenden Skeletten und gruseligen Dämonen. Was den schieren Aufwand an Effekten angeht, übertrumpft der dritte Teil noch einmal problemlos den zweiten.
In anderer Hinsicht dürften sich einige Fans der ersten beiden Filme aber vielleicht etwas verraten fühlen: Trotz seines schrillen und trashigen Humors ist "Armee der Finsternis" deutlich im Mainstream angekommen oder zumindest auf einem guten Weg dorthin. Die Hauptfigur wird eher unfreiwillig zum Helden, der Grad der Gewalt ist deutlich zurückgefahren und die Inszenierung schwelgt in Kampfszenen mit allerhand Statisten und Liebesszenen vor dem Kamin zu kitschiger Musik. Das recht lang geratene Schlachtenfinale schließlich könnte beinahe Historienfilme wie "Braveheart" vorwegnehmen mit seiner Schwertkampf-Romantik. Und Bruce Campbell kann hier seine Muskeln deutlicher spielen lassen als in den Vorgängerfilmen und wird damit endgültig zum Actionhelden stilisiert.
Auch wenn Fans den Hardcore-Splatter aus den ersten beiden Filmen vergeblich suchen werden, unterhält "Armee der Finsternis" dennoch mit seiner zwar dünnen, aber kreativ verrückten Story, den zahlreichen Monstern und einer ordentlichen Portion Action, alles natürlich mit skurrilem bis durchgeknalltem Humor unterlegt. Wer auf Mittelalterfilme mit übersinnlichen Elementen steht, dürfte hier bestens bedient sein, auch wenn aufgrund des schrillen Humors so gut wie kein echter Grusel aufkommt. Immerhin, als rasante, fiebrig bebilderte und herrlich überzogen gespielte Gothic-Horror-Satire funktioniert der Film ziemlich gut. Und originell ist dieser Abschluss einer der berüchtigsten Horror-Reihen aller Zeiten allemal - inklusive der gemeinen Schlusspointe.