"Howard the Duck", Ladies und Gentleman, ein Film der mir anscheinend in meinen Jugendjahren komplett durch die Lappe gegangen ist. Durch die jüngste DVD-Veröffentlichung und den Hype im Internet ("Boah, ENDLICH, dieser geniale Film, wunderbar, etc.!") war ich ganz klar darauf eingeschossen: Ich will wissen, was es mit diesem Enten-Film auf sich hat.
Zuvor hatte ich schon ein paar kurze Comis der etwas streitlustigen Ente aus dem Weltraum gelesen und fühlte mich also gefestigt für eine geballte Ladung extraterrestrischen Entenblödsinn. Der Kübel 80er Jahre Atmosphäre der mich dann traf hat mich noch mehr begeistert.
Ein dumm gelaufenes Experiment reißt unser "Entchen" aus seiner geliebten Heimatwelt, die quasie eine entenhafte "Spiegelung" der Unseren ist und landet in Cleveland bei der bezaubenden Beverley. Genauso bezaubernd gespielt von Lea "Zurück in die Zukunft" Thompson. Einfach nur zum Anbeißen. Oder wie sagt es Howard doch so schön? "So langsam nötigt mir auch der weibliche Körper der Menschen einen gewissen Respekt ab!"
Überhaupt geht es hier nicht so extrem keimfrei zu wie bei manch anderem, zeitgenössischem Kinderfilm. Howard hat (fast) Sex, hat Kondome im Portmonei und ist ansonsten auch kein wirklicher Engel, wenn er zum Beispiel mal wieder als "Meister des Quak Fu" durchgreifen muss. Aber keine Sorge, über FSK6-Niveau gibt es hier nix zu hören oder gar zu sehen.
Warum der Film aber sogar eine 16er Freigabe hat? Fragt mich was leichteres. Vielleicht liegts ja am gar garstigen Monster, dass zwischendurch auf die Erde kommt und erst einmal in Form eines Wissenschaftlers für etwas Unruhe sorgt, bevor es wunderbar animiert in persona durch die Forschungsanlage rennen und rummsen darf. Generell muss ich mal die gelungenen Effekte des Films loben.
Ich kann mir schon vorstellen wie man es heute machen würde: CGI, CGI, CGI. Howard wirkt eigentlich nie wie "ein Kind im Entenkostüm", sondern bleibt immer ein "richtiger Charakter" mit ausdrucksstarkem Gesicht, dass Monster am Ende dürfte feinste Stop-Motion-Kunst in Perfektion sein. Einfach nur klasse gemacht.
Dazwischen gibt es viele Blödeleien und typischen "80er Witz" mit einem etwas zappeligen, aber sympathischen Tim Robbins und einem gewohnt guten Jeffrey Jones, der sowohl den netten Wissenschaftler von Nebenan, als auch den "dunklen Beherrscher des Universums" angenehm selbstironisch spielt.
Was gibt es also noch viel zu sagen? Sympathische Hauptfigur, eine bezaubernd-zuckersüße Lea Thompson, 80er Jahre-Blödel-Humor und ein richtig fettes Monstrum zum Schluss, alles abgeschmeckt mit erstklassiger Musik. Was will man mehr? DER Sonntags-Nachmittags-Film, sollte es einen geben.
Und falls ihr noch auf eine Erklärung oder zumindest Pointe im Bezug auf die immens übertriebene 16er Freigabe wartet, so muss ich euch leider enttäuschen. Einfach nur unverständlich und merkwürdig. Aber was solls, dafür haben wir eine erstklassige Bildqualität, einen ungeschnittenen Film und so ziemlich die weltweit mit Abstand einzige und beste (oder?) DVD. Also Prost Mahlzeit!