Mel Brooks Humor ist nicht jedermanns Sache, da bin ich mir ziemlich sicher. Filmparodien a la „Spaceballs" oder wilder Kostümklamauk wie „Die verrückte Geschichte der Welt" haben zumindest in der Fangemeinde gewissen Kultstatus. Dieses Werk aus dem Jahre 1991 fällt dagegen für Brooksche Verhältnisse aus dem Rahmen, und das ist nur positiv gemeint.
Der raffgierige Milliardär Goddard Bolt - gespielt von Brooks selbst - lässt sich auf eine skurrile Wette mit einem Geschäftsmann ein: Einen Monat muss er als Penner auf dem nicht gerade angenehmen Pflaster von L.A. überleben. Der Gewinner der Wette tritt dem anderen sein Immobilienvermögen ab und darf sich fortan etwas ärmer fühlen. Bolt muss schnell merken, dass die Aufgabe alles andere als leicht zu erfüllen sein wird. Er lernt aber auch Menschen kennen, die trotz ihrer Armut ein großes Herz besitzen und Bolt bald an das selbige wachsen. Besonders die am Anfang etwas schroffe und unterkühlte Molly hat es dem Penner auf Zeit angetan....
Was hier ziemlich kitschig klingt - und das Filmende ist es vielleicht auch - ist hier von Mel Brooks mit viel Wärme und Liebenswürdigkeit inszeniert worden - vor allem die Hauptcharaktere sind bis ins letzte Detail wunderschön besetzt worden. Auch wenn der Film zumindest in Ansätzen zynische Gesellschaftskritik durchschimmern lässt, hat man nie das Gefühl des erhobenen moralisierenden Zeigefingers, sondern er überlässt die großartigen Schauspielern eher sich selbst und wie sie mit ihrem kleinen und großen Alltagsproblemen fertig werden; Probleme, die wir so gar nicht kennen in unserem ach so geordneten Leben. Da passt es auch zur Grundstimmung des Filmes, das die Lacher an manchen Stellen etwas leiser kommen und Platz für die traurigen Momente im Film lassen, wie der plötzliche Tod eines lieb gewonnenen Freundes.
Fazit: Ein völlig untypischer Brooks - und ein äußerst sympathischer Film, den man nur empfehlen kann (8/10).